Brothers Grimm

Brothers Grimm

Brothers Grimm

 

MATT DAMON- HEATH LEDGER

PETER STORMARE- LENA HEADEY- JONATHAN PRYCE- MONICA BELLUCCI

REGIE: TERRY GILLIAM

Verleih

CONCORDE-FILM

Rosenheimer Straße 143 b

81671 München

www.concorde-film.de

 

118 MIN - DOLBY DIGITAL SRD - 35 MM - FARBE - FORMAT 1:1.85

USA 2005

BESETZUNG

Rolle Besetzung

Will Grimm Matt Damon

Jake Grimm Heath Ledger

Spiegelkönigin Monica Bellucci

Cavaldi Peter Stormare

Angelika Lena Headey

General Delatombe Jonathan Pryce

Angelikas Vater Tomás Hanák

Letorc Julian Bleach

Hidlick Mackenzie Crook

Bunst Richard Ridings


STAB

Regie Terry Gilliam

Drehbuch Ehren Kruger

Produzent Charles Roven

Daniel Bobker

Ausführende Produzenten John D. Schofield

Chris McGurk

Bob Weinstein

Harvey Weinstein

Jonathan Gordon

Andrew Rona

Co-Produzenten Jake Myers

Michael Solinger

Associate Producer Mishka Cheyko

Kamera Newton Thomas Sigel, ASC

Nicola Pecorini

Produktionsdesign Guy Hendrix Dyas

Schnitt Lesley Walker

Visual Effects Supervisor Kent Houston

Kostüme Gabriella Pescucci

Carlo Poggioli

Musik Dario Marianelli

Casting Irene Lamb

KURZINHALT

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Deutschland ächzt unter der Besatzung Frankreichs. Die Brüder Will und Jake Grimm (MATT DAMON und HEATH LEDGER) sind als Geisteraustreiber unterwegs und stets zur Stelle, wenn einsame Gemeinden von vermeintlichen Dämonen und Hexen heimgesucht werden. Zuverlässig befreien sie die Dorfbewohner von den unheimlichen Erscheinungen. Kein Wunder: Bei dem Spuk handelt es sich um faulen Zauber, von den findigen Brüdern selbst inszeniert, um sich Geld und Unterbringung zu ergaunern. Als die Besatzungsmächte den Grimms auf die Schliche kommen, wird ihnen nur eine Alternative zur Todesstrafe wegen Hochstapelei gegeben: In einem verwunschenen Wald sollen Will und Jake das Geheimnis von zehn spurlos verschwundenen Mädchen aufdecken - und stoßen dabei auf einen schrecklichen Fluch, der nur durch entschlossenes Handeln gebrochen werden kann. Dumm nur, dass die Brüder ausgemachte Hasenfüße sind und von Exorzismus in Wahrheit keinen blassen Schimmer haben...

Pressenotiz

Freuen Sie sich auf ein unglaubliches Filmabenteuer, das fantastischer, wundersamer und bildgewaltiger nicht sein könnte - ein opulenter Bilderrausch voll skurrilem Humor und aufwändigen Effekten. Von Kultregisseur und Ex-Monty-Python Terry Gilliam (12 MONKEYS, KÖNIG DER FISCHER, BRAZIL) mit unverwechselbarer Handschrift als düsteres Schauermärchen im Stil von SLEEPY HOLLOW brillant und innovativ inszeniert, erleben die beiden Hollywood-Superstars Matt Damon (DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG, OCEAN'S TWELVE) und Heath Ledger (RITTER AUS LEIDENSCHAFT, DER PATRIOT) als Titelhelden Will und Jake Grimm völlig verrückte und wild fabulierende Abenteuer, die sich die Gebrüder Grimm nicht schöner hätten ausdenken können. Dabei werden sie unterstützt von Monica Bellucci (MATRIX REVOLUTIONS, DIE PASSION CHRISTI) als verwunschene Königin, sowie in Nebenrollen Jonathan Pryce (BRAZIL, FLUCH DER KARIBIK), Peter Stormare (FARGO, MINORITY REPORT) und Lena Headey (RIPLEY'S GAME).

LANGINHALT

Es war einmal...

... ein Brüderpaar im Deutschland des Jahres 1796: Die Mutter von Jake und Will Grimm liegt mit schwer krank im Bett. Der vernünftige, praktisch veranlagte Will hat den verträumten Jake losgeschickt, Medizin zu besorgen. Als Jake wiederkehrt, hat er allerdings nicht die erhofften Medikamente mitgebracht, sondern sich Bohnen andrehen lassen. Magische Bohnen, wie er sagt. Will kann es nicht fassen...

... auch 15 Jahre später noch nicht. Zum einen, weil Will (MATT DAMON) dem Bruder die magischen Bohnen von damals nicht verzeihen kann. Zum anderen, weil Jake (HEATH LEDGER) einfach nicht aufhören will, weiterhin an magische Bohnen zu glauben - auch wenn sie damals gar nichts zur Genesung der darbenden Mutter beigetragen hatten: Er ist derselbe großäugige Träumer geblieben, der sich eher in seinen Fantasien zu Hause fühlt als in der harten Realität des frühen 19. Jahrhundert, in dem Deutschland unter der Knute der französischen Besatzer ächzt.

Dennoch ist Blut dicker als Wasser, und so ziehen Vernunftmensch Will und Fantast Jake weiterhin gemeinsam durch die Lande, von Dorf zu Dorf, wo sie sich als Geisterjäger verdingen, gegen Kost, Logis und ein kleines Salär. Gerade wurden sie in das düstere Karlsbad gerufen, wo der Geist der vor vielen Jahren ertränkten Müllersfrau den Einwohnern das Leben noch beschwerlicher macht, als es ohnehin schon ist. Das ist ein Fall für die Gebrüder Grimm, die mit großem Brimborium ihr eigenwilliges Hexen- und Dämonenbekämpfungsarsenal ausbreiten und dann todesmutig in der Mühle zur Tat schreiten.

Ein gewagter Einsatz, denn kaum haben sie die Mühle betreten, da werden sie bereits von dem schrecklich entstellten Geist der Müllersfrau mit lautem Zinnober angegriffen. Gleich mehrere Waffen der Grimms versagen. Vor den Augen des panischen Müllers nehmen sie den Kampf dennoch auf. Auch wenn es kurz so aussieht, als könnten sie unterliegen, tragen die Brüder dennoch den Sieg davon: Karlsbad ist von der Hexe gefreit. Ein rauschendes Fest wird zum Dank veranstaltet. Keiner der freudentaumelnden Bürger sieht, was sich jetzt in der Mühle abspielt: Der ganze Spuk war nichts anderes als großer Schwindel, von langer Hand vorbereitet von Will und Jake und umgesetzt mit der Hilfe zweier willfähriger Handlanger.

Mit ihrer kleinen Horrorshow schlagen sich die Grimms durch deutsche Lande und lassen sich im Anschluss an die vollbrachten Heldentaten feiern, während sich ihre beiden Schergen auf den Weg ins nächste Städtchen machen, das bald schon von unheimlichen Dämonen befreit werden will. Jake nutzt die Gelegenheit, die auf den Reisen beim einfachen Volk aufgeschnappten Geschichten in sein kleines Notizbüchlein aufzuschreiben, während sich Will bei der Damenwelt beliebt macht. Auch in Karlsbad scheint ihm das Glück hold zu sein, bis französische Soldaten das gemütliche Zusammensein stören, die Gebrüder Grimm gefangen nehmen und zum Sitz des französischen Statthalters General Delatombe (JONATHAN PRYCE) bringen. Schnell wird Will und Jake klar, warum sie verhaftet wurden: Im Folterkeller von Delatombes rechter Hand Cavaldi (PETER STORMARE) entdecken sie ihre beiden Kompagnons, die auf der Straße aufgelesen worden waren und unter nicht unerheblichem Druck Cavaldis gestanden haben, Teil einer großen Hexeninszenierung gewesen zu sein.

Was Will und Jake nicht wissen: Im kleinen Städtchen Marbaden werden die Einwohner seit längerer Zeit in Angst und Schrecken versetzt. Nach und nach sind im angrenzenden tiefen, tiefen Wald mittlerweile zehn kleine Mädchen spurlos verschwunden - gerade erst am vergangenen Tag ist die letzte von ihnen wie vom Erdboden verschluckt worden. Die französischen Besatzer befürchten Aufstände und Revolten von den verunsicherten Bürgern - und vermuten nun, dass die Gebrüder Grimm mit ihren Scharaden hinter den unheimlichen Vorkommnissen stecken könnten. Für General Delatombe liegt die Sache auf der Hand: Die Brüder gehören hingerichtet... Es sei denn, sie decken das düstere Geheimnis von Marbaden auf. Eine wirkliche Wahl haben die Grimms nicht: Obwohl sie weder Helden noch wirkliche Experten auf dem Gebiet der Hexerei oder gar authentische Geisterjäger sind, ziehen sie unter Beobachtung Cavaldis und seiner Leute los nach Marbaden. Etwas Besseres als den Tod werden sie dort schon finden...

Vor allem entdecken sie dort verstockte und feindselige Dorfbewohner, deren Freundlichkeit deutlich geringer ist als ihr Aberglaube, der Wald könne verwunschen sein und voller dunkler Geheimnisse stecken. Abschrecken lassen sich die Grimms unter Anführung des besonnenen Will nicht: Sie benötigen nur die Hilfe des örtlichen Fährtenlesers, um ihre Mission zu vollenden und dem Henker zu entkommen. Will und Jake staunen nicht schlecht, als sich der Fährtenleser als Fährtenleserin entpuppt: Die bildschöne Angelika (LENA HEADEY), die im Dorf als Außenseiterin gilt, weil sie in der Stadt studiert hat und ihr Vater einst im Wald unter mysteriösen Umständen verschwand, macht aber keinerlei Anstalten, die Grimms zu unterstützen. Erst als Cavaldi ihren Bitten mit seinem Messer Nachdruck verleiht, willigt Angelika ein.

Mit absurden Apparaturen und ihrer Exorzistenrüstung bewaffnet, brechen die Grimms mit Angelika, Cavaldi und dessen Männern zu Pferde auf in den Wald - dahin, wo sich nicht einmal die Tiere hintrauen, wie Angelika ihnen versichert. Je weiter sie vorankommen, desto dichter wird der Wald und desto bedrohlicher wird die Stimmung. Manchmal scheint es gar, als würden ihnen die Bäume immer weiter auf die Pelle rücken. Auf einer Lichtung stößt der mutige, aber mittlerweile doch einigermaßen eingeschüchterte Trupp auf einen zugewucherten Turm, in dem einst die Spiegelkönigin lebte. Sie war schön und eitel und heiratete den König. Als die Pest Einzug ins Königreich hielt, flüchtete sie in den Turm, um andere Menschen und damit auch die Krankheit auszusperren - doch die fand ihren Weg in die Gemächer der Königin und raffte sie dahin.

Die Geschichte hinterlässt Eindruck bei den Grimms. Oder ist es doch der Wald, der am Leben zu sein scheint und den Blick auf die angezurrten Pferde verdeckt, wovon eines von Spinnen attackiert wird, die unbemerkt in den Schlund des Tieres klettern und sich dort einnisten. Bevor Schlimmeres passieren kann, drängt Angelika zum Aufbruch. Will und Jake wollen denselben Weg zurück nehmen, den sie gekommen sind, doch Angelika hält sie zurück. Man dürfe den Bäumen nicht trauen. Dafür aber einer dicken alten Kröte, die einem den rechten Weg weist, nachdem man sie abgeleckt hat. So unglaublich es scheint: Angelika hat recht. Die Grimms wollen am nächsten Tag zurück in den Wald - dann aber allein, um in Ruhe ihre Nachforschungen anstellen zu können.

Nachts wird das letzte Mädchen im Dorf von einem Geräusch geweckt und geht in den Stall zu einem der Pferde der Grimms - das von den Spinnen befallen wurde. Aus seinem Rachen stößt das Pferd Spinnweben aus, fängt damit das Kind ein und verschluckt es schließlich, um dann aus dem Stall auszubrechen und in Richtung Wald zu fliehen. Vom Lärm geweckt, nehmen Angelika und unmittelbar dahinter die Grimms die Verfolgung auf. Nachts erweist sich der Wald als eindeutig feindseliger. Die Äste greifen nach den Verfolgern, ein Wolf stellt sich Angelika in den Weg. Doch anstatt sie anzugreifen, erweist er sich als ihr verwunschener Vater, der sich in die Königin verliebte, ihr einen Treueschwur leistete und fortan im Körper eines Wolfes gefangen war. Nun gelingt es ihm, die Tochter zu warnen: Der Fluch werde auch sie zerstören. Unter Aufwendung all ihrer Kräfte können Will und Jake die schöne Fährtenleserin aus dem Wald retten.

General Delatombe wird ungeduldig. Er ist überzeugt, dass die Grimms mit gezinkten Karten spielen. Und Cavaldi soll sie endlich zum Sprechen bringen. Die Brüder, die sich eingestehen müssen, dass sie sich längst in Angelika verliebt haben, sind fest entschlossen, dem Geheimnis des Waldes auf die Spur zu kommen. Nur so können sie Angelika, die Bürger von Marbaden und sich selbst retten. Doch zuvor müssen sie es mit der übermächtigen und unerbittlichen Spiegelkönigin (MONICA BELLUCCI) aufnehmen, die zwölf Jungfrauen versammelt, um einen 500 Jahre alten Fluch zu brechen und zu alter Schönheit und Macht zu gelangen...

PRODUKTIONSNOTIZEN

Kein Fluch, den wir nicht brechen könnten,

Kein Bann, den wir nicht abwenden könnten,

Kein Dämon, den wir nicht austreiben könnten

Es waren einmal zwei attraktive, aber völlig gegensätzliche Brüder - der Zyniker Will und der Träumer Jake - die man landauf, landab als die Gebrüder Grimm kannte. Sie zogen durchs Land, um Märchen zu sammeln und weiter zu verbreiten - Mären voller Gefahren und Geheimnisse, die bis heute Leser und Zuhörer jeder Altersgruppe verzaubern und erschrecken. Haarsträubende Geschichten, in denen epische Schlachten zwischen Gut und Böse geschlagen und einfache Menschen mit ewigen Rätseln konfrontiert werden, in deren Mittelpunkt Monster, mystische Bestien und böse Hexen stehen. Keine Frage, die Gebrüder Grimm haben Garn gesponnen, das seit Jahrhunderten für viele der wildesten Träume und finstersten Albträume verantwortlich ist.

Natürlich sind die Märchen der Grimms nicht mehr als höchst unterhaltsame Geschichten, die allerhöchstens die Gut- oder aber Abergläubigsten für bare Münze nehmen - alles nur Schwindel, wenn man so will. Ganz sicher haben sie nichts mit der Realität zu tun, wie wir sie kennen. Oder etwa doch? Der visionäre Filmemacher Terry Gilliam - der die unvergesslichen visuellen Welten von Filmen wie BRAZIL ("Brazil", 1985), TWELVE MONKEYS ("12 Monkeys", 1996) oder THE FISHER KING ("König der Fischer", 1991) schuf - hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, in einem rasanten Filmabenteuer, in dem die beiden legendären Geschichtenerzähler mit einem verwunschenen Dorf konfrontiert werden, in dem die wildesten und unglaublichsten Fantasien eins geworden sind: Realität.

In den Hauptrollen zeigt er zwei der charismatischsten Leinwandstars der Gegenwart, Matt Damon und Heath Ledger, wie man sie noch nie gesehen hat: als Brüder, die am Anfang nichts weiter sind als kleine Schwindler, dann aber beweisen müssen, dass auch sie das Zeug zu Helden haben. In BROTHERS GRIMM kombiniert Gilliam Elemente von Komödie, Fantasy, Horror und Romanze und formt daraus ein episches Abenteuer, das von den bekanntesten Geschichten, die jemals erzählt wurden, inspiriert ist.

"Märchen sind meine Welt - die Welt der Fantasy und der außergewöhnlichen Dinge", so erklärt Gilliam, warum er sich zu BROTHERS GRIMM hingezogen fühlte. "Wir hatten ein Drehbuch, an das ich voll und ganz glaubte. Die Idee dahinter war, absolut wahrhaftige Figuren in der realen Welt zu erschaffen. Wenn dann diese merkwürdigen und beängstigenden Märchenelemente Einzug halten und die Handlung übernehmen, dann fällt es dem Publikum leicht, sich dieser Welt hinzugeben. Ich fand, dass es viel Spaß machen würde, dieser Idee nachzugehen."

Von Anfang an stand für Gilliam fest, sich nicht weiter mit der tatsächlichen Biographie der Gebrüder Grimm aufzuhalten. Stattdessen erschuf er eine Eskapade für sie, die allerdings unverkennbar von ihren klugen, erschreckenden und unendlich faszinierenden Geschichten inspiriert ist. Er erklärt: "Wir stehen bei den wahren Gebrüdern Grimm in tiefster Schuld, aber in dem Film wird nicht ihr historisch belegtes Leben aufgerollt. Wir haben im Grunde ein Märchen über sie entwickelt, in dem sie zunächst rüberkommen wie hippe und heroische Jungs, die von Dorf zu Dorf reisen, um die Bewohner von Trolls, Hexen und allerlei fantastischen Albträumen zu befreien - aber sehr schnell finden wir heraus, dass es sich um einen groß angelegten Schwindel handelt. In der Zwischenzeit versucht Napoleons Armee, die Deutschland besetzt hat, Betrügern wie den Grimms auf die Spur zu kommen und zur Rechenschaft zu ziehen. Schnell finden sich jedoch alle Beteiligten in einer Welt wieder, die genau so ist wie die Märchen, die die Grimms sammeln. Letztendlich sind alle Märchen wahr geworden - und die Realität ist untrennbar mit dem Reich der Fantasie verbunden."

Mit größtem Respekt verneigt sich Gilliam vor der gewaltigen Größe und dem Mythos des Nachlasses der Gebrüder Grimm. Spielerisch verwebt er klar erkennbare Handlungsfäden einiger der bekanntesten Märchen der Grimms mit der Non-Stop-Action seines Films.

"Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, Rapunzel: Über den ganzen Film verstreut gibt es Referenzen zu den bekanntesten Grimm-Märchen", merkt der Regisseur an. "Obwohl es von dem Brüderpaar mehrere hundert Märchen gibt, wollten wir uns auf die beschränken, die am tiefsten in der Fantasie der Menschen verankert sind."

Vor allem aber feiert der Film die Haltung und Stimmung dieser düsteren Geschichten - mit ihrer explosiven, psychologisch spannenden Mischung, in der stets Magie und Angst, Staunen und Rache, komisches Entzücken und blutrünstiger Schrecken miteinander kontrastiert werden. "Märchen helfen der Welt von jeher, sich ihrer Ängste und dunkelsten Fantasien zu stellen - oder aber an dem Glauben an Happy-Ends festzuhalten", überlegt Gilliam. "Ich glaube, dass Märchen immer ein bisschen gefährlich und verstörend sein sollten - sie sollten die bestehenden Zustände auf den Kopf stellen. Dahinter steht ein kluger Gedanke: Wer genug Märchen überstanden hat, den kann auch in der realen Welt nichts mehr schrecken."

Die wahren Gebrüder Grimm waren einer ähnlichen Überzeugung, was die nachhaltige Wirkung und den Unterhaltungswert ihrer Geschichten anbetrifft. Sie lebten während der tumulthaften Unordnung im Deutschland des 19. Jahrhundert - einer Zeit, in der sich Aberglaube und Mythologie einen erbitterten Kampf mit den Kräften des Rationalismus und modernen Ideen lieferten. Es war auch eine Zeit radikaler Veränderungen in der vormals entlegenen und ursprünglichen Provinz Deutschlands, als Napoleons Armee das Land besetzte - und die rationalen Konzepte der Aufklärung mit sich brachte. Wann immer die Aufklärung auf einen Lebensstil prallte, der von Mythen und altertümlichen Sagen bestimmt war, flogen die Fetzen. Dieser brisante Konflikt war es, den Gilliam mit seiner Geschichte der Gebrüder Grimm auf der Leinwand festhalten wollte - zweier Brüder, die auf ihrem Weg in das Städtchen Marbaden eher an Schwindel und Schabernack glauben als an Pferde, die ganze Kinder verschlingen können.

"Mich interessierte der große Konflikt zwischen dem Glauben an Fantasie und den Ideen der Aufklärung, die in ihrem Mangel an Glauben an alles, was nur ansatzweise mysteriös war, selbst ungeheuer rigide wurde", merkt Gilliam an. "Wir integrierten das in die Geschichte. Natürlich ist der Konflikt bis heute noch nicht ausgefochten."

Im Kern der Geschichte stecken die Bande, die Brüder miteinander verbinden können und manchmal auch auseinander bringen. Will und Jacob Grimm sind in ihrer Persönlichkeit und ihren Philosophien krasse Gegensätze. Als sie jedoch in dem verwunschenen Städtchen Marbaden ankommen, fühlen sie sich zu derselben Frau hingezogen - was die ohnehin gruseligen Vorkommnisse zusätzlich verkompliziert.

"Es ist offensichtlich, dass diese beiden Brüder einander lieben - sicher aber manchmal auch verachten. Ihre brüderliche Beziehung lässt sich als sehr intensiv beschreiben", erklärt Gilliam. "Will ist der Charmeur. Wenn er einen Raum betritt, dann sehen ihn die Mädchen an. Er kann alles haben, was er will. Jake hingegen ist gefangen in seinem Glauben an Märchenprinzessinnen und sucht nach der ultimativen Romanze. Lena Headey, die die Fallenstellerin Angelika spielt, ist perfekt für beide Brüder."

Nicht zuletzt gab BROTHERS GRIMM Gilliam die Gelegenheit, in den düstersten Tiefen seiner Vorstellungskraft zu stöbern, um ein pechschwarzes aber auch humorvolles Universum zu erschaffen. Kraft seiner Markenzeichen - filmische Originalität und verschnörkelter Look - konnte er sie aus verwunschenen Wäldern, bedrohlichen Schlössern, umherstreifenden Wölfen und kryptischen Bestien zusammen weben. Die Maßgabe war, eine ursprüngliche und rohe Realität des 19. Jahrhundert für die Grimms zu erschaffen - und sie dann in eine surreale Traumwelt umzuformen, aus der es kein Entkommen gibt.

"Uns war von Anfang an bewusst, dass wir nicht in einem realen Wald oder einem realen Dorf drehen konnten, wenn wir den Film wie ein Märchen aussehen lassen wollten. Nichts dergleichen hat jemals existiert. Wir mussten diese Welt selbst erschaffen. Also bauten wir Schlösser und Ställe, pflanzten einen ganzen Wald in einer Studiohalle, trainierten Raben und Pferde, entwarfen hunderte von Modellen. Es war mit weitem Abstand die größte Produktion, an der ich jemals beteiligt war", fasst Gilliam zusammen.

EIN CHARISMATISCHES PAAR

MATT DAMON UND HEATH LEDGER ALS WILL UND JAKE

Das verrückte Abenteuer der BROTHERS GRIMM ist selbstverständlich nicht vorstellbar ohne die Gebrüder Grimm selbst. Will ist ein recht unverfrorener und pfiffiger Schwindler, der zu allen denkbaren Tricks greift, um im Deutschland unter der Knute der Napoleonischen Armee überleben zu können. Jake wiederum ist ein gutgläubiger Träumer, der immer noch an magische Geschichten glaubt und fest davon überzeugt ist, dass der Satz "Und wenn sie nicht gestorben sind..." mehr als Floskel ist. Beider Glaube wird auf eine harte Probe gestellt, als sie in das verwunschene Städtchen Marbaden geschickt werden. Um ihre Erlebnisse nach seinen Vorstellungen entsprechend überlebensgroß darstellen zu können, wählte Terry Gilliam zwei Schauspieler aus, von denen er sich erhoffte, dass sie ihn jeden Tag aufs Neue überraschen würden.

"Matt und Heath sind für mich ganz eindeutig das Herzstück des Films", erzählt Gilliam. "Zunächst dachte ich allerdings, dass Matt die andere Rolle, Jake, spielen sollte, weil er eigentlich wie gemacht ist für etwas introspektivere, sensible Figuren. Und Heath sah ich eigentlich als Will, weil man ihn meistens als etwas konventionelleren Helden besetzt. Aber dann stellte sich Matt bei unserem ersten Treffen vor und bestand darauf, Will zu spielen. Ich war mir zuerst nicht sicher, ob das eine gute Idee sei. Aber dann meinte Heath beim ersten Treffen: ,Nun, ich würde gerne Jake spielen'. Da erkannte ich, dass das die richtige Entscheidung wäre, denn eigentlich liebe ich es, Schauspieler gegen ihren Rollentypus zu besetzen und die Dinge auf den Kopf zu stellen. Es funktionierte, weil beide in ihren Rollen voller Überraschungen stecken. Weder den einen noch den anderen hat man jemals so gesehen wie in diesem Film."

Gilliam fährt fort: "Ich habe noch nie jemanden erlebt, der so hart gearbeitet hat wie Matt, um eine Figur zu werden, mit der er persönlich überhaupt nichts gemein hat - und die auch nichts mit all dem gemein hat, was er bisher spielen musste. Sein komplettes Gebaren ist vollkommen anders. Ich hoffe, dass das Publikum davon ebenso begeistert sein wird, wie ich es war. Heath kennt man eher als konventionellen Helden, aber hier offenbart er eine nervösere, leise Seite, die absolut faszinierend ist. Wie Matt gab er zu keiner Sekunde auf, bis er die Rolle perfekt intus hatte. Beide waren überaus beeindruckend."

Matt zögerte keine Sekunde, als er hörte, dass er die Chance hatte, mit Terry Gilliam zu arbeiten: "Ich glaube, es gibt keinen Schauspieler, der nicht mit Terry arbeiten will, weil er visuell so kreativ ist - und so voller Leidenschaft bei allem, was er macht. Dazu noch mit so unglaublichem Material wie BROTHERS GRIMM arbeiten zu können, war ein regelrechtes Gottesgeschenk. Ich dachte, dass der Ton sehr düster, aber auch sehr witzig war - und nichts mit dem zu tun hatte, was ich bisher gemacht habe. Natürlich handelt es sich um ein Märchen, aber man findet auch Elemente eines Action-Abenteuers, eines Horrorfilms, einer Komödie und sogar einer Romanze."

Die fiktionalisierte Figur des Will Grimm, ein smarter und zynischer Hallodri, der in keinster Weise auf eine Welt vorbereitet ist, in der sich Märchensituationen als real erweisen, faszinierte Matt Damon sofort. "Will ist Geschichtenerzähler, weil er sich davon Reichtum und Ruhm erhofft", beschreibt Damon die Figur. "Das Ergebnis ist, dass er nicht bereit ist, zu glauben, dass Wälder tatsächlich verwunschen sein können. Er ist überzeugt, dass sich ein großer Schwindel dahinter versteckt. Seinem Bruder ist es zu verdanken, dass er erkennt, dass es in der Welt auch Dinge gibt, die man nicht erklären kann, die einfach nur pure Magie sind."

Auch die Veränderung, die die Beziehung der beiden Brüder durchmacht, als sie in Marbaden mit unerklärlichen Ereignissen konfrontiert werden, beeindruckte den Schauspieler: "Ich habe selbst einen Bruder und war stark berührt davon, dass das Drehbuch einen wirklich ehrlichen Blick auf die Dynamik einer Brüderbeziehung wirft, wie sie zwischen Will und Jake ständig im Fluss zu sein scheint und sich unentwegt verändert. So und nicht anders ist das bei echten Brüdern auch."

Um diese unaussprechlichen Brüderbande zu besiegeln, verbrachten Damon und Ledger jede freie Minute am Set miteinander. Damon meint: "Wir haben viel Zeit damit verbracht, einfach nur zu reden und am Ende eines Tages ein paar Bier miteinander zu trinken - mit diesen Dingen schafft man die Grundlage dafür, wie sich Brüderschaft wirklich authentisch anfühlt."

Obwohl Damon das Leben und die Zeit der Grimms ausgiebig studierte, um sich auf den Film vorzubereiten, erkannte er schon bald, dass seine Filmfigur nicht allzu viel mit dem wahren Will Grimm gemein hatte. "Die wahren Gebrüder Grimm waren echte, durch und durch patriotische Gelehrte in Deutschland, die all diese Geschichten sammelten, damit das deutsche Volk stolz auf seine Folklore sein konnte und mit dem Vorurteil aufzuräumen, sie seien so barbarisch, wie man es ihm immer wieder vorwarf", merkt er an. "Sie waren ziemlich tolle Leute, die auf vielfältige Weise einflussreich waren. Und sie arbeiteten zusammen bis zu ihrem Tod. Es ist offensichtlich, dass ihre Biographie nicht viel mit der Geschichte zu tun hat, die wir in unserem Film erzählen. Dieser Film erlaubt es sich, deutlich lustiger und spielerischer mit ihrem Leben umzugehen, um stärker den Ton der Märchen zu treffen, die sie so berühmt gemacht haben."

Wie Damon war auch Ledger sofort Feuer und Flamme angesichts der Aussicht, mit Terry Gilliam arbeiten zu können. "Ich fand schon immer, dass er völlig brillant ist", gesteht der Schauspieler. "Er hievte das Projekt auf eine völlig andere Ebene. Und er inspirierte uns und alle anderen Beteiligten zu einer Exzentrik, einem Wagemut, einer ganz eigenen Qualität. Die ganze Produktion fühlte sich so neu und anders an... sie fühlte sich nach purem Spaß und Freude an."

Vor allem war für Ledger die Persönlichkeit von Jake Grimm neu und anders: Hier ist er ein nervöser Geschichtenerzähler, der entdeckt, dass die verzauberten Welten, an die er im Geheimen immer geglaubt hat, wirklich existieren. "Die Rolle war eine ausgezeichnete Gelegenheit, aus meiner Haut zu fahren", erzählt Ledger. "Es ist eine komische Rolle, und Terry schenkte mir die Gabe, mich komfortabel und frei genug zu fühlen, Extreme auszuloten und mich ehrlich auszudrücken. Ich hatte dabei die beste Zeit meines Lebens."

Große Freude bereitete es ihm auch, so schnell wie möglich Blutsbrüderschaft mit Matt Damon zu schließen. "Das ist ein ziemlich persönlicher Vorgang, in Blitzgeschwindigkeit der Bruder eines anderen zu werden", merkt Ledger an. "Wir haben viele verschiedene Wege ausprobiert, uns miteinander zu synchronisieren, ähnlich zu lächeln und zu lachen. Wir beobachteten die Eigenschaften und Bewegungen des anderen und versuchten, sie aneinander anzugleichen. Die Idee war, manche Gemeinsamkeiten und viele gewaltige Kontraste zu haben - wie das bei Brüdern oft so ist."

Die Darstellungen von Damon und Ledger gaben auch für die anderen Schauspieler den Ton vor. Jonathan Pryce fasst zusammen: "Wir waren alle ausgesprochen beeindruckt von Matt und Heath, deren Einsatz vorbildlich war und die wunderbar miteinander arbeiteten. Sie verliehen dieser ohnehin schon vor wilder Kreativität überquellenden Welt zusätzliche Energie, die alle Beteiligten inspirierte."

VON OFFIZIEREN ZU ZAUBERERN

EINE ALL-STAR-BESETZUNG FÜR BROTHERS GRIMM

Begleitet werden Will und Jake auf ihrer Reise von einer Ansammlung höchst bemerkenswerter Typen - von politischen Possenreißern über atemberaubende Fallenstellerinnen im Hinterwald bis hin zu eiskalten, bösen Hexen -, für die Gilliam eine beeindruckende Starbesetzung versammeln konnte.

Nachdem er bereits in BRAZIL ("Brazil", 1985) und THE ADVENTURES OF BARON MUNCHHAUSEN ("Die Abenteuer des Baron von Münchhausen", 1989) denkwürdige Rollen für den Regisseur gespielt hatte, sieht man den zweifachen Tony-Gewinner Jonathan Pryce hier in der Schlüsselrolle des französischen Gouverneurs General Delatombe, der mit eiserner Faust das ländliche Deutschland regiert - wo die Gebrüder Grimm durch die Orte ziehen und sich als Exorzisten und Geisterjäger durchschlagen.

Nach der Lektüre des Drehbuchs von BROTHERS GRIMM war Pryce überzeugt davon, dass diese Geschichte, die sich explizit damit auseinandersetzt, was am Geschichtenerzählen furchterregend, witzig und unvergesslich sein kann, wie geschaffen für Terry Gilliam war. "Jeder, der das Drehbuch las, wusste einfach, dass nur Terry Gilliam diese Geschichte entsprechend verfilmen konnte. Es ist ein großer, großer Film voller eigenwilliger Einfälle und handelt von all den Themen, die Terry von jeher interessiert haben: Magie, das Übernatürliche und die Idee des Geschichtenerzählens", erklärt Pryce. "Der Film ist gefüllt mit genau diesen überlebensgroßen Bildern, wie Terry sie mit Vorliebe erschafft. Gleichzeitig betritt er auch Neuland, denn es ist eindeutig das fantastischste Abenteuer, dem er sich bislang gewidmet hat."

In der Rolle des heimtückischen Delatombe profitierte Pryce von seiner großen Bühnenerfahrung. "Terry Gilliam hat deshalb so ein diebisches Vergnügen daran, Leute wie Peter Stormare oder mich zu besetzen, die einen Hintergrund im Theater haben, weil wir eigentlich absolut furchtlos sind und kein Problem damit haben, in unserer Darstellung auch etwas zu übertreiben", überlegt Pryce. "Wir vertrauten Terry, dass er genau wusste, wie weit er uns gehen lassen konnte. Dennoch waren seine meistbenutzten Regieanweisungen immer dieselben: lustiger und düsterer."

Pryce beschreibt die vier Hauptinteressen seiner Figur wie folgt: "Delatombe hat ein Interesse daran, Menschen zu bändigen, Menschen zu unterdrücken und eine gute Mahlzeit aufzutreiben", lacht er. "Und dann ist er natürlich interessiert daran, die vermaledeiten Grimms an der Kandare zu halten - was uns ja letztendlich mitten hineinführt in dieses unglaubliche und unerwartete Abenteuer."

An der Seite von Pryces Delatombe findet sich ein höchst ungewöhnlicher Handlanger, der aberwitzige und hochgradig ruchlose Cavaldi aus dem italienischen Parma. In der Rolle wurde der Schwede Peter Stormare besetzt, der seine Karriere auf der Bühne unter der Regie von Ingmar Bergman begann und sich mittlerweile einen Namen mit Auftritten in einer Reihe der größten Hollywood-Produktionen der letzten Jahre gemacht hat.

Stormare wuchs mit den Märchen der Grimms in Skandinavien auf - und wusste sofort, dass Terry Gilliam genau der Richtige war, um deren unheimliche Welten zu filmischem Leben zu erwecken. "Die Märchen der Gebrüder Grimm zeichnen sich durch eine Finsternis und Boshaftigkeit aus, die Kinder gleichzeitig lieben und fürchten und die noch nie richtig auf die Leinwand gebannt wurden. Terry hat diesen bahnbrechenden Monty-Python-Humor, diesen düsteren, messerscharfen und pfiffigen Humor. Wenn man ihn mit den Erzählungen der Grimms kombiniert, dann ergibt sich eine wunderbare Mischung", sagt er. "Ich wusste, dass es faszinierend sein würde, in diese Welt mit einzutauchen. Die Rolle des Cavaldi ist einfach Klasse."

Stormare fährt fort: "Mir gefiel vor allem, dass es in der Geschichte darum geht, wie Menschen von ihren eigenen Geschichten eingeholt werden können, von ihren eigenen Mythen und Legenden."

Auch Cavaldi kann schon bald nicht mehr den fabelhaften Märchen der Grimms entkommen, obwohl er eigentlich den Auftrag hat, aus ihnen mit Hilfe seiner monströsen, bösartigen und doch entschieden ineffektiven Foltermaschinen die Wahrheit herauszuholen. Stormare war begeistert von dieser ungewöhnlichen Figur, deren ganzer Stolz die selbst entworfene Folterkammer ist, die zwar erschreckend aussieht, aber in ihrer Wirkung doch deutlich weniger gefährlich ist. Obwohl Cavaldi zu den sonderbarsten Typen des ganzen Films gehört, ist er doch auch für den verspielten pechschwarzen Humor von BROTHERS GRIMM verantwortlich.

"Cavaldi ist eine tolle Figur, weil er alle Elemente eines lebenden menschlichen Wesens in sich trägt. Er ist nicht einfach böse und ganz gewiss ist er nicht einfach gut", erzählt der Schauspieler. "Er kann lustig sein, er kann bewegend sein, er kann mysteriös wirken und er kann seine hemmungslose Brutalität ausspielen. Terry beschrieb ihn mir als eine Art Dämon, der die Grimms während ihres Abenteuers immer wieder quält und gleichzeitig auch inspiriert."

Die Rolle gab Stormare auch die Gelegenheit, eng mit Matt Damon und Heath Ledger zu arbeiten - ein Privileg, das er als großen Genuss empfand: "Ich habe mit vielen tollen Schauspielern gearbeitet, aber ich habe noch nie zwei junge Stars getroffen, die mit so großem Einsatz wie Matt und Heath ans Werk gegangen sind. Man musste schon viel Mumm aufbringen, sich in diese Welt vorzuwagen, die nichts mit unserer Realität zu tun hat."

Matt Damon war wiederum begeistert von Stormares Darstellung als Cavaldi. "Cavaldi ist so ein verrückter und urkomischer Typ", sagt er. "Er soll angeblich ein legendärer Verhörspezialist aus Italien sein, dabei ist er selbst von seinen vielen Ängsten gepeinigt. Er ist jemand, der gleichzeitig aberwitzig und gefährlich ist - und Peter gelingt es, diese beiden Attribute perfekt auszubalancieren."

Terry Gilliam fügt hinzu: "Cavaldi ist ein Bösewicht, aber er steht in der Tradition der komischen Bösewichte, und es stellt sich heraus, dass er tatsächlich eine heroische Ader besitzt. Es war entscheidend, ihn nicht als Kasper zu überzeichnen, weil man dann keine Angst mehr vor ihm hätte, und ihn gleichzeitig nicht so schrecklich zu machen, dass er nicht mehr komisch gewesen wäre. Als brillanter Schauspieler, der er ist, liebte Peter diese Herausforderung. Er ist ausufernd, er ist theatralisch und er ist unfassbar. Peter und Jonathan Pryce erwiesen sich als wunderbares Duo."

BROTHERS GRIMM hat, wie es sich für ein fantastisches Abenteuer gehört, auch eine umwerfende Schönheit, der man nicht widerstehen kann, und eine böse Zauberin, die besiegt werden muss. Die hinreißende Spurenleserin Angelika wird von der aufstrebenden britischen Schauspielerin Lena Headey gespielt, während der Part der 500 Jahre alten Spiegelkönigin an den internationalen Star Monica Bellucci ging.

Terry Gilliam war besonders fasziniert von Angelika - einer verführerischen Einzelgängerin, die als Frau ihrer Zeit weit voraus ist. "In gewisser Weise ist sie die erste emanzipierte Frau in ihrem Dorf. Keine Frau hat das Dorf jemals verlassen - und Angelika hat nicht nur einfach das Dorf hinter sich gelassen, sie hat obendrein auch noch die Universität in der Stadt besucht. Sie ist sozusagen zwischen zwei Welten hin- und hergerissen. Einerseits ist sie es gewohnt, in einer praktischen Realität zu leben, andererseits ist sie überzeugt, dass sie in einer Welt existiert, auf der ohne jeden Zweifel ein Fluch liegt", erklärt er. "Ihre Darstellerin musste nicht nur bildschön, sondern auch taff und unabhängig sein. Lena bringt genau diese Eigenschaften mit ans Set. Es ist außerdem eine ausgesprochen körperliche Rolle, denn sie muss reiten und mit dem Bogen schießen. Und zudem muss sie die Aura einer fremdartigen, geheimnisvollen Frau haben, die sich weigert, nach dem Regelbuch der Grimms zu spielen."

Lena Headey gefiel es vor allem, eine Frau zu spielen, die es mit den Jungs - in diesem Fall den Gebrüdern Grimm - aufnehmen kann. "Sie ist ein gewitztes Mädchen vom Land und sie hält Will und Jake für ein Paar Narren aus der Stadt, die glauben, sie könnten mit ihrem rationalen Ansatz hereinspazieren und alle übernatürlichen Angelegenheiten aus dem Weg räumen", erklärt sie. "Aber dann wird alles auf den Kopf gestellt."

In der Zwischenzeit treibt Angelika unwissentlich einen Keil zwischen die beiden Brüder, die sich Hals über Kopf in sie verlieben. "Ich glaube, Angelika macht Will und Jake neugierig. Und sie findet die beiden Jungs ebenfalls spannend", meint Headey. "Sie mag jeweils etwas Anderes an ihnen. Und dann beginnen Will und Jake, sich ebenfalls mit anderen Augen zu betrachten. Und damit ist Ärger vorprogrammiert."

Obwohl Angelika zunächst skeptisch ist, als die Gebrüder Grimm in ihr Leben treten, könnte Lena Headey nicht glücklicher sein: Immerhin hatte sie die Gelegenheit, in einem romantischen Dreieck mit Matt Damon und Heath Ledger den weiblichen Part zu spielen. "Sie sind absolut wunderbar und ich war sehr glücklich", lacht sie.

Vor allem gefiel es ihr, in diesem Film die Grenzen der Realität hinter sich zu lassen. "Es ist einfach wunderbar, sich in eine Welt fallen zu lassen, an die man als Kind geglaubt hat", sagt sie. "Ich habe die Märchen der Gebrüder Grimm gelesen, als ich ein kleines Kind war. Es ist also wirklich cool, sich mitten in dieser Welt wieder zu finden. So wie Terry Gilliam und seine Crew sie gestalteten, war es, wie man einen Traum erleben würde, aber gleichzeitig klarer, witziger und noch unheimlicher."

Und schließlich wäre da noch die magischste Rolle von allen: Monica Bellucci spielt die böse Hexe von Marbaden: die 500 Jahre alte Spiegelkönigin, die vor nichts Halt macht, um ihre ewige Schönheit zurück zu erlangen. Bellucci konnte weder der Rolle noch dem Film widerstehen. "Ich bin ein großer Fan von Terry Gilliam und liebe alle seine Filme", sagt sie. "Außerdem ist die Besetzung wunderbar mit diesen beiden sehr starken und witzigen Schauspielern, Matt und Heath, als Gebrüder Grimm. Am tollsten finde ich aber, dass der Film in einer Fantasiewelt voller Monster, Hexen und böser Königinnen spielt."

Bellucci war furchtlos, auch die dunkelsten Aspekte ihrer Rolle zu spielen. Sie meint: "Ich hatte den Eindruck, dass es unendlich viele Nuancen gibt, wenn man eine böse Königin spielt. Ich wollte nicht, dass sie einfach nur bösartig ist, sondern als eine Figur, deren Schicksal eigentlich sehr traurig ist. Sie wird ewig leben, aber nach und nach wird sie immer älter und verfällt bei lebendigem Leib. Das empfinde ich als tragisch, und genau dieser Aspekt interessierte mich."

Bellucci fand, dass ihre Figur trotz ihres magischen Wesens überaus handfeste Elemente in sich trägt. "Ich denke, dass viele Frauen bereit wären, sich für ewige Jugend und Schönheit auf einen Fluch einzulassen", meint sie. "Ich denke, das ist einer der Gründe, warum die Geschichten der Gebrüder Grimm so wunderbar sind - manchmal lässt sich im Fantastischen die Realität ganz besonders klar sehen."

EIN GRIMMIGER LOOK:

ÜBER DAS DESIGN DES FILMS

Terry Gilliams erklärtes Ziel war es, für BROTHERS GRIMM einen Look zu finden, der fesselnden Realismus mit dem Fantastischen und Furchterregenden verbinden würde. Dafür verlegte er die Produktion nach Prag und die mittelalterlich anmutenden Landgegenden der Tschechischen Republik. Doch selbst dort fand er kein Städtchen, das seiner Vorstellung für das durch und durch verwunschene Städtchen Marbaden entsprach. Gilliam schwebte eine Abfolge starker Bilder - Spiegel, Labyrinthe, bestialische Apparaturen und auffällige Helldunkel-Effekte - vor, um Marbaden zu einem Dorf zu machen, das wie kein anderes aussieht.

Also verpflichtete Gilliam den aufstrebenden Produktionsdesigner Guy Dyas, der zuvor das komplexe und von der Kritik mit viel Lob bedachte Design von X2: X-MEN UNITED ("X-Men 2", 2003) entworfen hatte, um das gesamte, etwa 25 Gebäude umfassende Dorf von Grundauf aufzubauen. Gemeinsam erarbeiteten die beiden eine zeitgenössische Designästhetik, für die sie sich von den launigen Schattenspielen des Expressionismus des 19. Jahrhunderts und den klassischen, liebevoll detaillierten Schwarzweiß-Illustrationen, wie man sie oft in Märchenbüchern findet, inspirieren ließen. Gilliam setzte dabei auch auf die Merkwürdigkeiten, die sich in der Natur darbieten. "Werfen Sie einen Blick auf die reale Welt, wie Bäume wirklich aussehen", beobachtet er. "Sie sind eigenartig und oft furchterregend. Man muss nicht immer neue Dinge erfinden - manchmal reicht es, die Natur einer genauen Prüfung zu unterziehen. Der Look dieses Films war ein Balanceakt aus dem Künstlichen und dem Natürlichen, wenn man sie mit Gewalt zusammen zwingt."

Die Herausforderungen für Dyas erwiesen sich als gewaltig. Er musste nicht nur ein gesamtes deutsches Städtchen des 19. Jahrhunderts errichten, zu dem eine Kirche, eine Bäckerei, Brücken, Ställe und kleine Straßen gehörten, sondern auch einen verwunschenen Wald mit Felsen, einem Bach und emporragenden Bäumen - und all das auf einer tschechischen Studiobühne. Aber schnell war ihm bewusst geworden, dass seine Aufgabe auf andere Weise nicht zu bewältigen war. "Wir hätten niemals ein Städtchen gefunden, das so aussieht, wie wir es uns vorstellten", merkt er an. "Dadurch, dass wir das Dorf von Grundauf selbst und nach eigenen Entwürfen auf die Beine stellten, konnten wir bis ans Äußerste gehen und exakt das umsetzen, was wir uns ausgemalt hatten."

Für Dyas war die Zusammenarbeit mit Gilliam die Erfüllung eines lange gehegten Wunschtraums. "Ich werde nie den ersten Eindruck vergessen, den ich hatte, als ich BRAZIL zum ersten Mal sah. Das ist ein visuelles Meisterwerk, das mir die Augen für die Möglichkeiten des Produktionsdesigns öffnete", erinnert er sich. "Ich wusste, dass die Arbeit mit ihm eine unglaubliche Erfahrung sein würde."

Der Szenenbildner verbrachte mehr als ein Jahr mit der Entwicklung zahlloser Ideen, Skizzen und vorläufiger Designs. Startpunkt war für ihn das intensive Studium der Märchen der Gebrüder Grimm. Er arbeitete sich von Märchen zu Märchen und konzentrierte sich dabei auf die Arbeit einer Reihe von Künstlern des Goldenen Zeitalters, die diese Märchen mit anschaulichen Illustrationen zu zusätzlichem Leben erweckten: Damals entstanden aus Licht, Schatten und bloßer Vorstellungskraft unvergessliche Bilder mit fantastischen Motiven. Inspiriert von diesen emotionalen und bildschönen Zeichnungen aus der Vergangenheit, begann Dyas selbst mit ersten Skizzen der wichtigsten Schauplätze von BROTHERS GRIMM. Zusätzlich zum Städtchen Marbaden entstanden so erste Ansichten von ungewöhnlichen Örtlichkeiten wie Delatombes Folterkammer, dem Rapunzel-artigen Turm von Charot oder Cavaldis ziselierter Luxuskutsche.

Vor Beginn der Konstruktionsphase durchkämmten Dyas und Gilliam das tschechische Hinterland, um nach altem, wurmigem Holz zu suchen, mit dem die Häuser des Dorfes gebaut werden sollten. Die Produktion ließ auch mehr als 700 Bäume anliefern, die auf einem betonierten Studio-Backlot neu verpflanzt wurden - das Ergebnis war ein erstaunlich echt wirkender falscher Wald, der mit Hilfe von Scheinwerfern und Kamerabewegungen auf eine Weise manipuliert werden konnte, wie es in einem echten Wald niemals möglich gewesen wäre. "Ich bin besessen von Texturen und Polituren und dergleichen. Und Guy geht einfach brillant mit diesen Dingen um", sagt Gilliam.

Das Dorf und der Wald entstanden in wenigen hektischen Bauwochen auf dem Gelände der legendären Prager Barrandov Studios. Dyas und Gilliam griffen auf klassische Baumethoden zurück und stellten traditionelle Steinmetze, Zimmermänner, Strohdecker und Holzschnitzer ein, um die Authentizität des Szenenbilds zu unterstützen. Außerhalb der Studioanlagen setzte die Produktion mehrere echte Örtlichkeiten in der Tschechischen Republik ein. Vor allem wäre das Schloss Krivoklat in Böhmen zu erwähnen, ein königlicher, ausgesprochen beeindruckender Turm aus dem zwölften Jahrhundert, der als eines der ältesten und historisch signifikantesten Schlösser in dem an Schlössern überaus reichen Tschechien gilt. Weitere tschechische Schloss-Städte, die zum Einsatz kamen, umfassen Kacina, Kutna, Hora und Ledec.

"Eine perfektere Location für diesen Film als die Tschechische Republik kann man sich gar nicht wünschen", führt Dyas aus. "Das liegt noch nicht einmal an den Örtlichkeiten selbst, sondern an der fortwährenden Inspiration, die von ihnen hervorging. Wenn man durch das verschneite Prag spaziert und all die originale Architektur betrachtet, fühlt man sich in eine andere Welt und Zeit versetzt. Und das war ein wichtiger Einfluss für unsere Designarbeit."

Für die Schauspieler erwiesen sich die Sets als regelrechte Schatztruhen, die ihre Vorstellungskraft fortwährend beflügelten. Matt Damon sagt: "Wenn man Guy Dyas' Sets besuchte, war es, als würde man in eine völlig andere Welt gesogen. Ihre Größe war einfach beeindruckend, und das Feeling, das von ihnen ausging, verfehlte seine Wirkung nie. Man wurde förmlich aus der Realität weg transportiert - mitten hinein in die Welt von BROTHERS GRIMM."

Nahtlos fügen sich in diese Welt voller übernatürlicher Einflüsse auch die extravagant detaillierten Kostüme von Gabriella Pescucci, die ihre Magie bereits in Filmen wie THE AGE OF INNOCENCE ("Zeit der Unschuld", 1993), CHARLIE AND THE CHOCOLATE FACTORY ("Charlie und die Schokoladenfabrik", 2005) und VAN HELSING ("Van Helsing", 2004) walten ließ, und Carlo Poggioli (VAN HELSING) - das Duo hatte mit Gilliam bereits an THE ADVENTURES OF BARON MUNCHAUSEN ("Die Abenteuer des Barons von Münchausen", 1989) gearbeitet und für seine Kostüme eine Oscar(r)-Nominierung erhalten. Ihre Entwürfe für BROTHERS GRIMM umfassen authentische Männerbekleidung des 19. Jahrhunderts, einfache Bauernklamotten und herrlich launige Fantasiekreationen, wie beispielsweise das üppige, herzrote Kleid, das Monica Bellucci als Spiegelkönigin trägt.

Für die visuelle Umsetzung der realen wie surrealen Momente zeichnet der innovative Kameramann Newton Thomas Sigel verantwortlich, der sich bereits bei modernen Klassikern wie THE USUAL SUSPECTS ("Die üblichen Verdächtigen", 1995) und THREE KINGS ("Three Kings", 1999) einen Namen gemacht hatte. Dazu kommt noch ein ebenso magischer wie geheimnisvoller Folk-Music-Score von Dario Marianelli, von dem auch die Filmmusik zu PRIDE AND PREJUDICE ("Stolz und Vorurteil", 2005) und I CAPTURE THE CASTLE (2003) stammt.

So sehr das Team unablässig daran arbeitete, ästhetisch, visuell und musikalisch ein Gefühl für Träume, Albträume und eine Welt der Wunder auf die Leinwand zu zaubern, so sehr setzt Gilliam auf die Hoffnung, dass der Film seine Aufregung daraus bezieht, dass die Vorstellungskraft des Publikums angeregt wird. "Wenn ich einen Film drehe, dann habe ich die Überzeugung, dass 90 Prozent von dem, was man sieht, im Schatten verborgen liegen sollte. Das Publikum soll sich selbst vorstellen, was es da genau sieht", erklärt Gilliam. "Die Arbeit von Besetzung und Crew besteht darin, die richtigen Andeutungen zu machen. Den Rest soll der Zuschauer beisteuern. Ich will das Publikum in die Handlung mit einbinden - es soll wirklich Angst haben und bewegt sein. Je weniger wir zeigen und je mehr wir andeuten, desto besser ist das Ergebnis."

Dieselbe Philosophie kommt im Fall der Spezialeffekte zum Tragen, die sich bei BROTHERS GRIMM aber immerhin auf stolze 750 Effekt-Shots belaufen. "Die Aufgabe des Visuelle-Effekte-Teams war es, all die Ideen mit Leben zu erfüllen, die wir praktisch nicht bewerkstelligen konnten. So ließen wir die Bäume laufen, verwandelten Wölfe in Waldmenschen, manipulierten Raben, stellten ein Pferd her, das Kinder verschluckt und ließen Bellucci rückwärts altern, von 500 zu 25 Jahren, zum Beispiel", erläutert Kent Houston, der Leiter der visuellen Effekte.

Am schwierigsten war es, die Effekte zu erzielen, die mit dem aus dem Märchen inspirierten Wolf zusammen hingen - aber sie waren unerlässlich für das Gelingen der Produktion. "In einem Film über einen verwunschenen Wald muss es doch auch einen Wolf geben!" betont Terry Gilliam. Und Kent Houston meint: "Unser Wolf ist definitiv kein Wolf, wie man ihn kennt. Er ist vielmehr ein höchst ungewöhnliches Untier mit seinen ganz eigenen, spezifischen Charakteristika und Details. Es bedurfte einigen Einfallsreichtums, ihn zum Leben zu erwecken."

Houston arbeitete während der kompletten Produktion eng mit Terry Gilliam zusammen. Er beschreibt seine Aufgabe so: "Unsere eigentliche Mission war, die wilden Bilder, die Terry in seinem Kopf hatte, so komplett und originalgetreu wie möglich umzusetzen - und das mit Hilfe aller bestehender Technologien. Denn seine Welt sollte dem Publikum absolut unverfälscht präsentiert werden."

EINE ANMERKUNG ÜBER DIE WAHREN GEBRÜDER GRIMM

In BROTHERS GRIMM spielen Matt Damon und Heath Ledger das extrem fiktionalisierte Brüderpaar Will und Jake Grimm, die sich in ein wildes Abenteuer stürzen, das sie tief ins Herz ihrer eigenen Märchen führt. Obwohl der Film nicht dem historisch überlieferten Leben der Gebrüder Grimm folgt, schuldet er doch seine komplette Existenz den beiden und ihrem zeitlosen Glauben, dass Geschichten ein überaus gesundes Mittel sind, die zwingendsten Ängste der Menschheit heraufzubeschwören und ihr unablässiges Bedürfnis nach Anregung der Fantasie zu füttern.

Die tatsächlichen Gebrüder Grimm - Jacob Ludwig Carl Grimm und Wilhelm Carl Grimm - wurden an der Schwelle zum 19. Jahrhundert mit einem Jahr Abstand in Hanau geboren (Jacob am 4. Januar 1785; Wilhelm am 24. Februar 1786). Später zogen sie in ein betürmtes Steinhaus in Steinau, einer Kleinstadt, die um ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert herum entstanden war. Sie traten zunächst in die Fußstapfen ihres Vaters, der Anwalt war: Gemeinsam studierten die förmlich unzertrennlichen Brüder Jura an der Universität von Marburg. Dort begannen sie mit dem Sammeln von Volksgeschichten und Märchen - uralte Geschichten, die mündlich von Generation zu Generation überliefert worden waren; Geschichten über Schurken und Könige, Wölfe und Hexen, Stiefmütter und Dienerinnen und jede vorstellbare magische Situation und moralische Dilemmas. Ihr Interesse an diesen Märchen wurde geweckt durch ihre Faszination für Sprache, Volksgeschichte und deutsche Kultur. In der Hoffnung, eine Lebensweise zu bewahren, die sie bedroht sahen, widmeten sie sich mehr und mehr der Entdeckung, Niederschrift und Veröffentlichung der Geschichten, die ihnen deutsche Bauern erzählten.

Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt beinahe mittellos waren, veröffentlichten die Grimms 1812 ihre erste gemeinsame Märchensammlung, "Kinder- und Hausmärchen". In den kommenden Jahren kamen auf diese Weise mehr als 200 Märchen zum Vorschein. Ihre unfassbar einflussreiche Sammlung umfasste letztlich so bekannte Märchen wie "Aschenputtel", "Dornröschen", "Rotkäppchen", "Hänsel und Gretel", "Der Froschkönig", "Schneewittchen", "Rapunzel" und "Rumpelstilzchen". Ihre letzte Geschichtensammlung, "Grimms Märchen", wurde in 160 Sprachen übersetzt.

Längst sind die Märchen nicht mehr aus der Popkultur wegzudenken. Sie finden nahezu in jeder Art von Medium ihren Niederschlag - von Oper über Film und Rockmusik bis hin zur Mode. Ihr ureigener Schreibstil und die Struktur ihrer Geschichten hat die Kinderliteratur seit mehr als einem Jahrhundert beeinflusst und hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck auf das Genre des Fantasyfilms.

Wilhelm Grimm starb 1859, sein Bruder folgte ihm vier Jahre später im Jahr 1863. Doch ihre Geschichten, die ihren Namen tragen, machten sie unsterblich.

ÜBER DIE SCHAUSPIELER

MATT DAMON (Will Grimm)

MATT DAMON ist einer der gefragtesten jungen Stars in Hollywood. Als nächstes sieht man ihn an der Seite von Leonardo DiCaprio und Jack Nicholson in Martin Scorseses Thriller THE DEPARTED (2006). Im Herbst steht er für die Hauptrolle in dem von Robert De Niro inszenierten THE GOOD SHEPHERD (2006) vor der Kamera. Außerdem hat er die Dreharbeiten an Stephen Gaghans SYRIANA (2006) abgeschlossen, der noch in diesem Jahr in die Kinos kommt.

Im Kino erlebte man Damon zuletzt erneut als Linus Caldwell in Steven Soderberghs OCEAN'S TWELVE ("Ocean's Twelve", 2004), der Fortsetzung von OCEAN'S ELEVEN ("Ocean's Eleven", 2001), in der er ebenfalls mitspielte, und zum zweiten Mal als Jason Bourne in dem Boxoffice-Hit THE BOURNE SUPREMACY ("Die Bourne Verschwörung", 2004), nachdem er zuvor bereits in dem ersten Teil der Serie, THE BOURNE IDENTITY ("Die Bourne Identität", 2002) sensationelle Erfolge feiern konnte. Außerdem sah man ihn mit Greg Kinnear in der Farrelly-Brüder-Komödie STUCK ON YOU ("Unzertrennlich", 2003), mit Casey Affleck in Gus Van Sants GERRY ("Gerry", 2002), der in Sundance seine Premiere feierte und im Februar 2003 in den US-Kinos ausgewertet wurde, mit Will Smith in Robert Redfords THE LEGEND OF BAGGER VANCE ("Die Legende von Bagger Vance", 2000), sowie in Billy Bob Thorntons Verfilmung von ALL THE PRETTY HORSES ("All die schönen Pferde", 1999). Im gleichen Jahr hatte ihn Kevin Smith mit seinem Kumpel Ben Affleck für seine Satire DOGMA ("Dogma", 1999) vor die Kamera geholt.

1998 gewann Damon zusammen mit Affleck einen Academy Award(r) für das Beste Drehbuch für ihr stürmisch gefeiertes Drama GOOD WILL HUNTING ("Good Will Hunting", 1997), in dessen Mittelpunkt ein junges Mathemtik-Genie aus Boston steht, der aufgrund seiner Arbeiterklassenherkunft sein Potenzial nicht ausschöpfen kann und will. Zudem gewannen Damon und Affleck einen Golden Globe für ihr Drehbuch, und Damon sicherte sich für seine Darstellerleistung in der Titelrolle eine Golden-Globe-Nominierung. Im gleichen Jahr stand er für Oscar(r)-Gewinner Steven Spielberg in SAVING PRIVATE RYAN ("Der Soldat James Ryan", 1998) sowie in John Dahls Spielerthriller ROUNDERS (1998) vor der Kamera. 1997 absolvierte Matt Damon einen Cameo-Auftritt in Kevin Smith' CHASING AMY ("Chasing Amy") und spielte die Hauptrolle eines idealistischen jungen Anwalts in Francis Ford Coppolas THE RAINMAKER ("Der Regenmacher"), der auf dem Bestseller von John Grisham basiert.

Damons Erfolg kam nicht über Nacht: Zuerst fiel er bereits 1996 auf, mit seiner lebhaften Performance in Ed Zwicks COURAGE UNDER FIRE ("Mut zur Wahrheit", 1996), in dem er einen von Schuldgefühlen geplagten Kriegsveteran des ersten Golfkriegs spielte. Der vielseitige Schauspieler hatte sein Leinwanddebüt bereits 1988 in MYSTIC PIZZA ("Pizza, Pizza") gegeben. Danach war er Star der Serie "Rising Son" und fiel bei seiner Rückkehr auf die Leinwand als arroganter Schüler in SCHOOL TIES ("Der Außenseiter", 1992) auf. Für Regisseur Walter Hill stand er danach in GERONIMO: AN AMERICAN TALE ("Geronimo", 1994) und für Tommy Lee Jones in dessen TNT-Film "The Good Old Boys" vor der Kamera.

1998 taten sich die Freunde Matt Damon und Ben Affleck mit Chris Moore, dem assoziierten Produzenten von GOOD WILL HUNTING zusammen, um Pearl Street Productions zu gründen, die man mittlerweile als LivePlanet kennt. Die Firma schuf integrierte Medien, eine neue Form von Unterhaltungserfahrung, die traditionelle Medien, neue Medien und die reale Welt kombiniert. LivePlanet rief Project Greenlight ins Leben, bei dem hoffnungsvolle Jungtalente ihre Drehbücher via Internet einreichen können. Eine 13 Folgen umfassende Dokumentarserie, die den Entstehungsprozess des daraus resultierenden Independentfilm thematisiert, wurde ab Dezember 2001 auf HBO ausgestrahlt. Das fertige Produkt, STOLEN SUMMER (2002), kam im März 2002 in die Kinos. Project Greenlight 2, THE BATTLE OF SHAKER HEIGHTS, kam im August 2003 in die US-Kinos und stand im Mittelpunkt einer 13-teiligen Doku-Serie über die Entstehung des Films. Mittlerweile gibt es auch einen dritten Film im Rahmen des Projekts: THE FEAST soll noch in diesem Jahr in die Kinos kommen. Die dazu gehörende neunteilige Serie wird seit April in den USA ausgestrahlt.

Damon, der in Harvard studierte, sammelte erste Schauspielerfahrungen am American Repertory Theatre sowie anderen Theatern in Boston.

HEATH LEDGER (Jake Grimm)

HEATH LEDGER sieht man ab 08. September 2005 in Catherine Hardwickes Skateboard-Drama LORDS OF DOGTOWN ("Dogtown Boys", 2005). Zuletzt schloss er die Dreharbeiten von Lasse Hallströms CASANOVA ("Casanova", 2005) ab, der die berühmte Legende des Verführers erzählt, der schließlich die Bedeutung wahrer Liebe von einer Frau erlernt, die seinem romantischen Werben widersteht. Später in diesem Jahr wird er in Ang Lees BROKEBACK MOUNTAIN (2005) mit Jake Gyllenhaal zu sehen sein. Anfang 2005 kehrte Ledger für den Film CANDY (2005) nach Australien zurück, wo er neben Geoffrey Rush agierte.

Ledger ist gebürtiger Australier und startete seine Schauspielkarriere im Alter von zehn Jahren in seiner Heimatstadt Perth. In den USA schlägt er seit den späten 90er Jahren hohe Wellen. Seine Karriere begann er, als er sich bei einer lokalen Theatergruppe einschrieb. Während er erste Erfahrungen auf der Bühne sammelte, wurde er vom Fernsehen entdeckt. Ledgers Arbeit in australischen TV-Serien umfasst "Clowning Around", "Bush Patrol", "Corrigan", "Ship to Shore" und "Home and Away". Ledger wurde außerdem Mitglied zweier angesehener australischer Theatergruppen, der Globe Shakespeare Company und der Midnight Youth Acting Company. Erste Rollen in australischen Filmproduktionen folgten. Dazu zählen BLACKROCK (1997), PAWS ("P.C. - Ein Genie auf vier Pfoten", 1997) und TWO HANDS ("Two Hands", 1999). 1997 landete Ledger eine Hauptrolle in seiner ersten amerikanischen TV-Serie "Roar" für Universal und FOX Television. Die neu besetzte mittlere Staffel, in der auch "Felicity" Keri Russell mitwirkte, wurde in Queensland / Australien gedreht. Direkt nach der Serie unterzeichnete er bei seinem ersten amerikanischen Agenten und zog in die Vereinigten Staaten.

2003 war Ledger in Regisseur Gregor Jordans NED KELLY ("Gesetzlos - Die Geschichte des Ned Kelly", 2003) in der Hauptrolle des Outlaws Ned Kelly zu sehen, dem berühmten Revolverhelden, der die Kelly-Gang gründete und zwischen 1878 und 1880 mehrere Bankraube verübte. Ledger spielte außerdem in THE FOUR FEATHERS ("Die vier Federn", 2002) unter der Regie von Shekhar Kapur, in THE ORDER ("Sin Eater - Die Seele des Bösen", 2003), in A KNIGHT'S TALE ("Ritter aus Leidenschaft", 2001), dem von der Kritik gefeierten MONSTER'S BALL ("Monster´s Ball", 2001), THE PATRIOT ("Mel Gibson - Der Patriot", 2000) neben Mel Gibson und in 10 THINGS I HATE ABOUT YOU ("10 Dinge, die ich an Dir hasse", 1999).

JONATHAN PRYCE (General Delatombe)

In seiner mehr als 30 Jahre währenden Karriere hat sich JONATHAN PRYCE den Ruf erarbeitet, einer der vielseitigsten Schauspieler unserer Zeit zu sein. Mühelos bewegt er sich zwischen Film, Fernsehen und Theater. Zweimal wurde er mit einem Tony ausgezeichnet, für seine Leistung in "Comedians" im Jahr 1977 und danach 1991 für seine Darstellung des Engineer in dem Broadway-Erfolg "Miss Saigon". Unlängst feierte man ihn als Professor Higgins in Trevor Nunns Inszenierung von "My Fair Lady" an der Royal Shakespeare Company. Der gebürtige Waliser erhielt seine Ausbildung an der Londoner Royal Academy of Dramatic Arts. Danach schloss er sich der Royal Shakespeare Company an, wo er den Macbeth und den Petruchio in "The Taming of the Shrew" spielte.

Seine jüngeren Erfolge auf der Leinwand umfassen die Darstellung des Juan Peron in Alan Parkers EVITA ("Evita", 1996) mit Madonna, die Rolle des Bösewichts in dem Bond-Film TOMORROW NEVER DIES ("Der Morgen stirbt nie", 1997) und der Parts des Dr. William Rivers in REGENERATION (1997), nach Pat Barkers Roman über den Ersten Weltkrieg - die Rolle bescherte ihm eine Nominierung als Bester Schauspieler bei den British Independent Film Awards. Frühe Filmarbeiten umfassen VOYAGE OF THE DAMNED ("Reise der Verdammten", 1976),THE PLOUGHMAN'S LUNCH (1983) und SOMETHING WICKED THIS WAY COMES (1983). Der Durchbruch gelang Pryce mit der Hauptrolle in Terry Gilliams Meisterwerk BRAZIL ("Brazil", 1985).

Pryce spielte überdies in Gilliams THE ADVENTURES OF BARON MUNCHAUSEN ("Die Abenteuer des Baron Münchhausen", 1989) und war als Al Pacinos potenzieller Klient in James Foleys David-Mamet-Adaption GLENGARRY GLEN ROSS ("Glengarry Glen Ross", 1992) zu sehen. Martin Scorsese besetzte ihn in THE AGE OF INNOCENCE ("Zeit der Unschuld", 1993) und in CARRINGTON ("Carrington", 1995), geschrieben und inszeniert von Christopher Hampton, spielte er den Lytton Strachey, wofür er in Cannes den Darsteller-Preis und den Evening Standard Award als Bester Schauspieler gewann.

Eine Emmy-Nominierung sicherte sich Pryce für "Barbarians at the Gate".

2002 zeichnete ihn die BAFTA Wales mit einem Sonderpreis aus. Im Jahr darauf sah man Jonathan Pryce mit Johnny Depp, Geoffrey Rush, Orlando Bloom und Keira Knightley in dem Blockbuster PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL ("Fluch der Karibik", 2003). Als nächstes sieht man ihn in der Fortsetzung, PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MAN'S CHEST (2006).

LENA HEADEY (Angelika)

LENA HEADEY ist eine der englischen Schauspielerinnen, der aktuell der Sprung von der English Rose School of Acting zu aufregenden zeitgemäßen Rollen gelingt. Zuerst fiel sie 1992 an der Seite von Jeremy Irons in WATERLAND ("Waterland") auf, in dem sie in Rückblenden die jüngere Version von Irons' Ehefrau spielte. Ihre Darstellung als sexuell abenteuerlustiges Hausmädchen in der Merchant-Ivory-Produktion THE REMAINS OF THE DAY ("Was vom Tage übrig blieb", 1993) folgte, sowie eine weitere Rollen in einem historischen Filmstoff, THE SUMMER HOUSE (1993). Danach spielte sie eine weitere Jungfrau in einem Korsett in THE JUNGLE BOOK ("Das Dschungelbuch", 1994) und darauf endlich ein Part, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelt war: als Ecstasy-schluckende Raverin in LOVED UP ("E wie Ecstasy", 1995). Im gleichen Jahr folgte ein Auftritt in der ITV-Granada-Miniserie "Band of Gold", in der sie sich weiter von ihren Kostümrollen distanzierte: Hier spielte sie eine lesbische Prostituierte.

Marleen Gorris' Adaption von Virginia Woolfs MRS. DALLOWAY ("Mrs. Dalloway", 1997), in der Lena Headey als jüngere Version der besten Freundin der Titelfigur zu sehen war, markierte eine Rückkehr in den Historienbereich. Zeitgemäß ging es mit Antonia Birds FACE ("Face", 1997) weiter. Die romantische Fantasie THE MAN WITH RAIN IN HIS SHOES (1998) mit Penelope Cruz und Douglas Henshall folgte, sowie die TV-Produktion "Merlin" und ONEGIN ("Onegin - Eine Liebe in St. Petersburg", 1999), in dem sie die Schwester von Liv Tyler spielte. Zu Headeys jüngeren Arbeiten gehören GOSSIP ("Tödliche Gerüchte", 2000) mit Kate Hudson und Joshua Jackson und das Roadmovie ABERDEEN (2000) mit Ian Hart, Charlotte Rampling und Stellan Skarsgard.

PETER STORMARE (Cavaldi)

Der schwedische Schauspieler und Regisseur PETER STORMARE verfügt über ein internationales Flair, das ihn einzigartig und unverkennbar macht. In letzter Zeit eilt er von einer Rolle zur nächsten. Gerade hat er den Film UNKNOWN (2006) abgedreht. In diesem Jahr sah man ihn bereits in CONSTANTINE ("Constantine", 2005) mit Keanu Reeves sowie in BIRTH ("Birth", 2004) mit Nicole Kidman und Lauren Bacall. Des weiteren kann man ihn in den USA in diesem Herbst im Fernsehen in "Prison Break" sehen, in dem Brett Ratner als ausführender Produzent fungierte.

In Kürze kommt er mit dem Drogendrama SPUN ("Spun", 2002) in die Kinos, in dem auch John Leguizamo und Mickey Rourke zu sehen sind.

Unlängst sah man Stormare in den Jerry-Bruckheimer-Produktionen BAD BOYS II ("Bad Boys II", 2003) mit Will Smith und Martin Lawrence und BAD COMPANY ("Bad Company", 2002) mit Chris Rock und Anthony Hopkins, sowie John Woos WINDTALKERS ("Windtalkers", 2002) mit Nicolas Cage und Steven Spielbergs MINORITY REPORT ("Minority Report", 2002) mit Tom Cruise sowie der Jackie-Chan-Actionkomödie THE TUXEDO ("Tuxedo - Gefahr im Anzug", 2002). Im Fernsehen spielte er in der Miniserie "Hitler: The Rise of Evil", dem TV-Movie "Watching Ellie" und hatte Gastauftritte in den Serien "Joey" und "Seinfeld".

Immer wieder hat Stormare im Lauf seiner Karriere mit herausragenden Regisseuren gearbeitet. So sah man ihn in Penny Marshalls AWAKENINGS ("Zeit des Erwachens", 1990), Steven Spielbergs THE LOST WORLD: JURASSIC PARK ("Vergessene Welt - Jurassic Park", 1997), FARGO ("Fargo", 1996) und THE BIG LEBOWSKI ("The Big Lebowski", 1998) von den Coen-Brüdern, Joel Schumachers 8MM ("8MM - Acht Millimeter", 1998) und Michael Bays ARMAGEDDON ("Armageddon - Das jüngste Gericht", 1998). Des weiteren spielte der vielseitige Stormare in Lars Von Triers Cannes-Gewinner DANCER IN THE DARK ("Dancer in the Dark" 2000), Lasse Hallströms CHOCOLAT ("Chocolat", 2000), Wim Wenders' THE MILLION DOLLAR HOTEL ("The Million Dollar Hotel", 2000) und MERCURY RISING ("Das Mercury Puzzle", 1998).

Stormare gilt auch als "Bergman-Schauspieler", weil er mit dem großen schwedischen Regiegenie nicht nur FANNY OCH ALEXANDER ("Fanny und Alexander", 1981) und die Theaterverfilmung BACCHANTS drehte, sondern auch in des Meisters Inszenierungen von "Hamlet", "Long Day's Journey Into Night", "Miss Julie" und "Bacchants" auf der Bühne stand. Stormare, der heute vor allem in New York lebt und arbeitet, spielte zudem so ziemlich jeden große Theaterklassiker auf fast allen großen Bühnen in Schweden und New York. Nach seinen zahlreichen eigenen Regiearbeiten auf der Bühne und fürs Radio ist er in Schweden ebenso einer der ganz großen Stars wie in Japan, wo er etliche Male auf der Bühne stand und fürs Fernsehen drehte - auf Japanisch, wohlgemerkt.

Inspiriert von seiner Leidenschaft für Musik - speziell für die Beatles, The Clash und Nirvana - hat Peter Stormare eine eigene Formation gegründet: Blond from Fargo - eine Hommage an die Rolle, die ihm den internationalen Durchbruch beschert hatte. Die fünfköpfige Rock'n'Roll-Band besteht aus dem Gitarristen von Roxette, dem Schlagzeuger aus Alanis Morissettes Band und dem Bassist von Slash's Snakepit. Stormare schreibt die Musik und spielt Gitarre. Gegenwärtig nimmt die Combo ihre erste Platte auf, die noch in diesem Jahr erscheinen soll.

MONICA BELLUCCI (Spiegelkönigin)

MONICA BELLUCCI erregte international erstmals Aufsehen mit ihrer bravourösen Darstellung der jungen Witwe Malèna, die in Giuseppe Tornatores MALÈNA ("Der Zauber von Malèna", 2000) ein kleines italienisches Fischerdorf in Aufruhr bringt. Zu diesem Zeitpunkt war Bellucci allerdings längst ein Star in Italien und auch im restlichen Europa. Mit ihrer atemberaubenden Schönheit faszinierte sie ebenso wie mit ihrem außergewöhnlichen Schauspieltalent. Tatsächlich wurde sie bereits als Ikone gefeiert, bevor sie mit der Schauspielerei begann, denn zunächst hatte sie Erfolge als Model, während sie noch Jura an der Universität von Perugia studierte. Vor allem ein in Schwarzweiß gedrehter Werbespot für Dolce & Gabbana ließ Männer- und Frauenherzen höher schlagen.

Doch die Karriere als Fashionmodel war nur die Ouvertüre. Schnell konnte sich Monica Bellucci auch als Schauspielerin in einer Vielzahl unterschiedlichster Rollen in unterschiedlichsten Genres etablieren. So gehören zu ihren Filmarbeiten LE PACTE DES LOUPS ("Pakt der Wölfe", 2001), DOBERMANN ("Dobermann", 1997), ASTERIX: MISSION CLEOPATRA ("Asterix: Mission Kleopatra", 2002), UNDER SUSPICION ("Under Suspicion - Mörderisches Spiel", 2000), THE MATRIX RELOADED ("Matrix Reloaded", 2003), THE MATRIX REVOLUTIONS ("Matrix Revolutions", 2003), L'APPARTEMENT ("Lügen der Liebe", 1996), IRREVERSIBLE ("Irreversible", 2002), RICORDATI DI ME (2003), TEARS OF THE SUN ("Tränen der Sonne", 2003), THE PASSION OF THE CHRIST ("Die Passion Christi", 2004), AGENTS SECRETS (2004) und SHE HATES ME (2004).

Im Lauf ihrer Karriere wurde Monica Bellucci für zwei Saturn Awards, einen MTV Movie Award, einen Donatello und einen César nominiert und erhielt 2003 eine Silberne Schleife für ihre Leistung in RICORDATI DI ME.

Nach einer einjährigen Absenz von der Leinweand aufgrund der Geburt ihrer Tochter Deva stand Bellucci jetzt wieder vor der Kamera, mit Gérard Depardieu in Bertrand Bliers neuem Film COMBIEN TU M'AIMES? (2005).

ÜBER DIE FILMEMACHER

TERRY GILLIAM

Regie

TERRY GILLIAM kam 1969 zu erster Bekanntheit, als einziges amerikanisches Mitglied der Fernsehserie "Monty Python's Flying Circus". Zu Monty Python gehörten außerdem Terry Jones, Michael Palin, Eric Idle, John Cleese und Graham Chapman. Gilliams Hauptaufgaben waren neben dem Schreiben von Sketchen und gelegentlichen Auftritten vor allem das Entwerfen und Umsetzen von mittlerweile längst legendären Animationssequenzen, deren Kreativität und Einfallsreichtum Standards setzten. Seine erste Regie-Arbeit, gemeinsam mit Terry Jones, war MONTY PYTHON AND THE HOLY GRAIL ("Die Ritter der Kokosnuss", 1975). Kurz darauf folgte Gilliams erster alleiniger Film, JABBERWOCKY ("Jabberwocky", 1977). Darauf inszenierte er TIME BANDITS ("Time Bandits", 1981), eine überaus surreale Zeitreise, die von einem kleinen Jungen und einer Gruppe von Zwergen, einer davon John Cleese, angeführt wurde.

Nach der Inszenierung von "Crimson Permanent Assurance", der Eröffnungssequenz des letzten Monty-Python-Films THE MEANING OF LIFE ("Der Sinn des Lebens", 1983) folgte der Film, der von vielen als sein Meisterwerk angesehen wird: BRAZIL ("Brazil", 1985) mit Jonathan Pryce und Robert De Niro. Der Film wurden den Los Angeles Film Critics als Bester Film des Jahres geehrt, überdies erhielt Gilliam eine Oscar(r)-Nominierung für das Beste Drehbuch. Vier Jahre verstrichen, bis er sich an das fantastische Historienepos THE ADVENTURES OF BARON MUNCHAUSEN ("Die Abenteuer des Barons von Münchhausen", 1989) wagte. THE FISHER KING ("König der Fischer", 1991) mit Jeff Bridges und Robin Williams brachte Gilliam eine Golden-Globe-Nominierung als Bester Regisseur ein. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gewann der Film einen Silbernen Löwen.

1995 kehrte Gilliam auf den Regiestuhl zurück, mit dem starbesetzten Science-Fiction-Epos TWELVE MONKEYS ("12 Monkeys") mit Bruce Willis, der auf der Berlinale gezeigt wurde. Danach drehte er FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS ("Fear and Loathing in Las Vegas", 1998), eine Adaption des berühmten Romans von Hunter S. Thompson aus dem Jahr 1971, für die er außerdem das Drehbuch beisteuerte. Der Film mit Johnny Depp und Benicio Del Toro lief im Wettbewerb des Festival de Cannes. Im Jahr 2000 begann Terry Gilliam mit der Arbeit an der Verwirklichung seines Lebenstraumes: THE MAN WHO KILLED DON QUIXOTE, in dem abermals Johnny Depp in der Hauptrolle vor der Kamera stehen sollte. Eine Abfolge von immer schwerwiegenderen Problemen führte jedoch dazu, dass das Projekt noch während des Drehs abgebrochen werden musste - gegen Gilliams Wünsche. Zuletzt drehte Gilliam die Romanadaption TIDELAND (2005) mit Jeff Bridges.

EHREN KRUGER

Drehbuch

EHREN KRUGER wurde in Alexandria, Virginia, geboren und machte 1993 seinen Abschluss an der Tisch School of Arts der New York University. 1996 erhielt er die angesehene Nicholl Fellowship in Screenwriting von der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences für sein Originaldrehbuch für ARLINGTON ROAD ("Arlington Road"), der 1999 von Regisseur Mark Pellington mit Jeff Bridges und Tim Robbins in den Hauptrollen umgesetzt wurde.

Seine weiteren Drehbucharbeiten umfassen Iain Softleys THE SKELETON KEY ("Der verbotene Schlüssel", 2005) mit Kate Hudson, Gena Rowlands und Peter Starsgaard, THE RING ("Ring", 2002) von Gore Verbinski mit Naomi Watts sowie Hideo Nakatas Fortsetzung "The Ring Two", ("Ring 2", 2005), John Frankenheimers REINDEER GAMES ("Wild Christmas", 1998) mit Ben Affleck und Charlize Theron, Wes Cravens SCREAM 3 ("Scream 3", 2000) mit Neve Campbell und Courtney Cox sowie Gary Fleders IMPOSTOR ("Impostor", 2002) mit Gary Sinise.

Kruger wohnt in San Francisco und adaptiert gegenwärtig Annette Curtis Klauses Roman "Blood and Chocolate", der von Katja von Garnier verfilmt werden soll.

CHARLES ROVEN

Produktion

CHARLES ROVEN hat sich seit mehr als zwei Jahrzehnten einen exzellenten Namen als Produzent von Filmen gemacht, die mittlerweile weltweit mehr als 1,7 Milliarden Dollar eingespielt haben. Er ist Mitgründer von Atlas Entertainment und der Schwesterfirma Atlas/Third Rail Management, die 1999 ein Teil der Mosaic Media Group wurde, einer integrierten Multimedia-Company mit Schwerpunkt auf Film, Fernsehen und Management, der er als einer der Gründer vorsteht.

Zuletzt produzierte Roven die Comic-Verfilmung BATMAN BEGINS ("Batman Begins", 2005), die allein in den USA knapp 200 Millionen Dollar einspielen konnte. Er war ausführender Produzent der Universal-Familienkomödie KICKING AND SCREAMING (2005) mit Will Ferrell, die in den USA ein Startwochenende von 20 Millionen Dollar verzeichnen konnte. Davor produzierte Roven den weltweiten Boxoffice-Hit SCOOBY-DOO ("Scooby-Doo", 2002) mit Freddie Prinze Jr., Sarah Michelle Gellar, Matthew Lillard und Linda Cardellini, der es auf ein weltweites Einspiel von 275 Millionen Dollar brachte, sowie dessen Fortsetzung SCOOBY-DOO 2: MONSTERS UNLEASHED ("Scooby-Doo 2", 2004), der ebenfalls auf Platz eins der US-Charts anlief. Gegenwärtig befindet er sich in der Postproduktion eines gegenwärtig noch unbetitelten anachronistischen Musicals mit den Sensationsrappern Outkast.

Roven ist einer der vielfältigsten Filmemacher in der Filmindustrie. Als unabhängiger Produzent verantwortete er die Herstellung von Filmen wie CADILLAC MAN ("Cadillac Man", 1990), JOHNNY HANDSOME ("Johnny Handsome - Der schöne Johnny", 1989), THE SALUTE OF THE JUGGER ("Die Jugger - Kampf der Besten", 1990), MADE IN USA (1988) und sein Filmdebüt, HEART LIKE A WHEEL ("... und wenn der letzte Reifen platzt", 1983). Darauf folgte eine Reihe von Studioprojekten wie FINAL ANALYSIS ("Eiskalte Leidenschaft", 1992), HONEY, I BLEW UP THE KID ("Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby", 1992), COOL RUNNINGS ("Cool Runnings", 1993), MAN'S BEST FRIEND ("Man's Best Friend", 1993), SISTER ACT 2: BACK IN THE HABIT ("Sister Act 2: Eine göttliche Karriere", 1992), ANGUS ("Angus", 1995) und der Oscar(r)-nominierte und mit einem Golden Globe ausgezeichnete TWELVE MONKEYS ("12 Monkeys", 1995), seine erste Zusammenarbeit mit Terry Gilliam, die weltweit mehr als 180 Millionen Dollar einspielte. Außerdem produzierte Roven FALLEN ("Dämon", 1998), BULLETPROOF MONK ("Bulletproof Monk", 2003), die Erfolgsromanze CITY OF ANGELS ("Stadt der Engel", 1998) und den Golfkriegsfilm THREE KINGS ("Three Kings", 1999).

Roven übernahm die Leitung von Atlas nach einer acht Jahre währenden Partnerschaft mit Musikmanager Robert Cavallo, der sich 1998 von ihm trennte, um Vorsitzender der Buena Vista Music Group und Hollywood Records zu werden. Die Firma profitierte auch von den Talenten von Rovens mittlerweile verstorbenen Frau Dawn Steel, die ihren Posten als Präsidentin von Columbia Pictures niederlegte, um der Partnerschaft beizutreten. Charles Roven begann seine Karriere als Künstler-Agent. Sein Fingerspitzengefühl im Umgang mit Künstlern gilt bis heute als eines seiner wichtigsten Talente.

DANIEL BOBKER

Produktion

DANIEL BOBKER hat mit Ehren Kruger, dem Drehbuchautor von BROTHERS GRIMM, bereits an einer Reihe von Projekten gearbeitet. Dazu gehören die aktuelle Stephen-King-Verfilmung THE SKELETON KEY ("Der verbotene Schlüssel", 2005) von Iian Softley mit Kate Hudson, Gena Rowlands und Peter Sarsgaard und die Filmadaption von Annette Curtis Klauses Roman BLOOD AND CHOCOLATE (2006) mit Agnes Bruckner.

Bobker begann seine Karriere im Buchverlagswesen, wo er enge Beziehungen mit einer Reihe von Buch- und Magazinredakteuren sowie Autoren in New York und London kultivierte. So hatte er stets exzellente Zugriffsmöglichkeiten auf exzellente Literaturstoffe, die sich für Filmadaptionen eigneten. Als Redakteur war er unter anderem bei den Verlagen Farrar, Straus and Giroux und Harper Collins angestellt, wo er an einer ungewöhnlichen Mixtur aus Titeln für Erwachsene als auch Kinder arbeitete. Dazu zählen William Steigs Bestseller "Shrek!" und "Collected Poems" des Nobel-Preis-Gewinners Seamus Heaney.

NEWTON THOMAS SIGEL

Kamera

NEWTON THOMAS SIGEL begann sein künstlerisches Leben als Maler und experimenteller Filmemacher. Nach dem Studium des Malens am Whitney Museum in New York wandte er seine Aufmerksamkeit dem Filmemachen zu. Auf erste kurze Avantgarde-Filme folgten bald Dokumentationen, die er oft in Kriegsgebieten auf der ganzen Welt drehte. Zwei der Filme, an denen er damals arbeitete, wurden für die Academy Awards(r) nominiert; für einen - "Witness to War" - nahm er die Siegestrophäe mit nach Hause.

Diese Arbeit blieb in Hollywood nicht unbemerkt. Unter anderem wurde der legendäre Haskell Wexler auf ihn aufmerksam, der Sigel die Chance gab, mit LATINO (1985), einer Kriegsgeschichte aus Nicaragua, die auf Sigels eigenen Erfahrungen dort beruhte, als Kameramann an seinem ersten Spielfilm zu arbeiten. Seither setzte er das Licht für so bemerkenswerte Filme wie THE USUAL SUSPECTS ("Die üblichen Verdächtigen", 1995), THREE KINGS ("Three Kings", 1999), X-MEN ("X-Men - Der Film", 2000), CONFESSIONS OF A DANGEROUS MIND ("Geständnisse - Confessions of a Dangerous Minds, 2002), FALLEN ("Dämon", 1998) und X2: X-MEN UNITED ("X-Men 2", 2003). Gegenwärtig arbeitet er an SUPERMAN RETURNS (2005).

Außerdem war Sigel Regisseur des HBO-Films "Point of Origin" mit Ray Liotta und John Leguizamo und Ko-Regisseur (mit Pamela Yates) der Dokumentation WHEN THE MOUNTAINS TREMBLE.

GUY HENDRIX DYAS

Szenenbild

GUY DYAS begann seine Karriere in Japan als Industriedesigner für Akio Morita und dessen Sony Corporation. Kurz nach dem Abschluss seines Studiums in Industriedesign am Royal College of Art in London zog er nach Tokio. Während er in Japan lebte, bewies er sich schnell als einer der aktivsten und bemerkenswertesten neuen Namen in der internationalen Designwelt. Einige Beispiele für seine Designs kann man im Design Museum in London und im Wakita Museum of Art in Tokio finden.

1994 führte Dyas seine Liebe zum Filmemachen und eine Einladung von Industrial Light and Magic in die Vereinigten Staaten, wo er sich voll und ganz der Filmproduktion verschrieb. Seither arbeitete Dyas als Konzeptkünstler an KING ARTHUR ("King Arthur", 2004), PLANET OF THE APES ("Der Planet der Affen", 2001), THE MATRIX RELOADED ("Matrix Reloaded", 2003), VANILLA SKY ("Vanilla Sky", 2001) und PEARL HARBOR ("Pearl Harbor", 2001). Er war Assistent Art Director bei SWORDFISH ("Passwort Swordfish", 2002) und THE CELL ("The Cell", 2000), visueller Berater bei A SOUND OF THUNDER (2005) und VFX-Art-Director bei TWISTER ("Twister", 1996). Sein Debüt als Szenenbildner gab er bei X2: X-MEN UNITED ("X-Men 2", 2003). Gegenwärtig arbeitet er am Produktionsdesign von SUPERMAN RETURNS (2005).

GABRIELLA PESCUCCI

Kostüm

GABRIELLA PESCUCCI hat die Kostüme für eine Anzahl von Produktionen für Kino, Fernsehen, Oper und Theater entworfen. Sie gewann einen Oscar(r) für ihre Kostüme in Martin Scorseses THE AGE OF INNOCENCE ("Zeit der Unschuld", 1993) und eine Oscar(r)-Nominierung für Terry Gilliams THE ADVENTURES OF BARON MUNCHAUSEN ("Die Abenteuer des Barons von Münchhausen", 1989). Ihre weiteren Filmarbeiten umfassen LES MISERABLES ("Les Misérables", 1998), DANGEROUS BEAUTY ("Gefährliche Schönheit - Die Kurtisane von Venedig", 1998), COUSIN BETTE (1998), THE SCARLET LETTER ("Der scharlachrote Buchstabe", 1995), INDOCHINE ("Indochine", 1992), THE NAME OF THE ROSE ("Der Name der Rose", 1985), ONCE UPON A TIME IN AMERICA ("Es war einmal in Amerika", 1985), sowie Fellinis PROVA D'ORCHESTRA ("Orchesterprobe", 1978) und LA CITTA DELLE DONNA ("Stadt der Frauen", 1980). Zu ihren jüngeren Arbeiten zählen CHARLIE AND THE CHOCOLATE FACTORY ("Charlie und die Schokoladenfabrik", 2005), VAN HELSING ("Van Helsing", 2004), WILLIAM SHAKESPEARE'S A MIDSUMMER NIGHT'S DREAM ("Ein Sommernachtstraum", 1999), LE TEMPS RETROUVÉ ("Die wiedergefundene Zeit", 1999) und SECRET PASSAGE (2004).

Dazu kommen Kostümentwürfe für Opern wie "Norma", "Manon Lescaut", "Il Trovatore", La Traviata", "La Bohème" und "Pagliacci" und Theaterstücke wie "Mahagonny", "Napoli Chi Resta e Chi Parte", "Fior di Pisello" und "Strano Interludio".

CARLO POGGIOLI

Kostüm

CARLO POGGIOLI erhielt für seine Kostüme für Anthony Minghellas COLD MOUNTAIN ("Unterwegs nach Cold Mountain", 2003) eine Nominierung für einen BAFTA Film Award, die er sich mit Ann Roth teilte. Seine langjährige Kooperation mit Kostümdesignerin Gabriella Pescucci umfasst Spielfilme wie THE ADVENTURES OF BARON MUNCHAUSEN ("Die Abenteuer des Barons von Münchhausen", 1989), SPLENDOR (1989), INDOCHINE ("Indochine", 1992), THE SCARLET LETTER ("Der scharlachrote Buchstabe", 1995), DANGEROUS BEAUTY ("Gefährliche Schönheit - Die Kurtisane von Venedig", 1998), LES MISERABLES ("Les Misérables", 1998), WILLIAM SHAKESPEARE'S A MIDSUMMER NIGHT'S DREAM ("Ein Sommernachtstraum", 1999) und jüngst SECRET PASSAGE (2004) und VAN HELSING ("Van Helsing", 2004). Außerdem entwarf Poggioli zuletzt die Garderoben für THE GROOMING (2005) und den Sci-Fi-Thriller DOOM ("Doom", 2005).

Des weiteren war Poggioli Kostümdesigner bei den Filmen IL GIARDINO DI CILIEGE (1992), IL LUNGO SILENZIO ("Zeit des Zorns", 1993) und MARQUISE ("Marquise - Gefährliche Intrige", 1997). Zu seinen Fernseharbeiten zählen "Falstaff", die Miniserie "The Mists of Avalon", die ihm eine Emmy-Nominierung einbrachte, "Jason and the Argonauts" und "Nina, o sia La pazza per amore".

Als stellvertretender Kostümdesigner war Poggioli an den folgenden Filmen beteiligt: THE ENGLISH PATIENT ("Der englische Patient", 1996), OCCHIO PINOCCHIO (1994), PER AMORE, SOLO PER AMORE (1993) und LA VOCE DELLA LUNA ("Die Stimme des Mondes", 1990). Und schließlich hatte er einen Posten als assoziierter Kostümdesigner bei THE TALENTED MR. RIPLEY ("Der talentierte Mr. Ripley", 1999).

DARIO MARINELLI

Musik

DARIO MARIANELLI wurde in Pisa geboren und studierte Piano und Komposition in Florenz und London. Nach einem Jahr als Doktoranden-Komponist an der Guildhall School of Music, wo er auch den Vorsitz der Contemporary Music Society inne hatte, erhielt er ein Stipendium von der Gulbenkian Foundation für einen Kurs mit Themengebiet Komposition und Choreographie, der von Judith Weir und Lloyd Newson am Bretton University College abgehalten wurde. Weitere Stipendien erlaubten es ihm, in Deutschland an einer Reihe von Workshops über europäische Filmmusik teilzunehmen und drei Jahre an der National Film and Television School zu verbringen, wo er 1997 seinen Abschluss machte.

In den letzten paar Jahren schrieb Marianelli die Musik für einige Spielfilme, Fernsehdramen, Dokumentationen, Zeichentrickfilme, Theater, zeitgemäßen Tanz und Konzerte. Seine Filmarbeiten umfassen Asif Kapadias THE SHEEP THIEF (1997) und THE WARRIOR (2001), Tim Fywells I CAPTURE THE CASTLE (2003) und Michael Winterbottoms Berlinale-Gewinner IN THIS WORLD (2003). Seine Kompositionen kann man demnächst in PRIDE AND PREJUDICE ("Stolz und Vorurteil", 2005) mit Keira Knightley, Michael Caton-Jones' SHOOTING DOGS (2005) und Peter Cattaneos POBBY AND DINGAN (2005) sowie der Comic-Verfilmung V FOR VENDETTA (2005) von den Wachowski-Brüdern hören.

Er hat Orchesterstücke für das BBC Symphony Orchestra und das Britten-Pears Orchestra geschrieben, Gesangsmusik für die BBC Singer und Bühnenmusik für die Royal Shakespeare Company. 1997 gewann Marianelli den Benjamin Britten International Composition Prize. Seine Musik wurde von BBC Radio 3 übertragen und auf einer Anzahl von Festivals und Konzerten aufgeführt.

ANHANG

Die Grimm`schen Märchen

Die populäre Märchensammlung der Gebrüder Grimm diente Kultregisseur Terry Gilliam bei seiner Arbeit an BROTHERS GRIMM als unverzichtbare Inspirationsquelle. Viele der bekannten volkstümlichen Erzählungen wurden in die Inszenierung und Umsetzung des Filmes eingeflochten. Gilliam verfolgt bei BROTHERS GRIMM jedoch nicht die werkgetreue Wiedergabe des Märchenstoffes, vielmehr benutzt er diese Sequenzen als fantasiereiche Exkursionen in seiner Geschichte über das Gebrüderpaar Grimm.

"Rapunzel"

Rapunzel ward das schönste Kind unter der Sonne. Als es zwölf Jahre alt war, schloss es die Zauberin in einen Turm, der in einem Walde lag und weder Treppe noch Türe hatte; nur ganz oben war ein kleines Fensterchen. Wenn die Zauberin hinein wollte, so stellte sie sich unten hin und rief:

"Rapunzel, Rapunzel, lass mir dein Haar herunter !"

Rapunzel hatte lange, prächtige Haare, fein wie gesponnen Gold. Wenn sie nun die Stimme der Zauberin vernahm, so band sie ihre Zöpfe los, wickelte sie oben um einen Fensterhaken, und dann fielen die Haare zwanzig Ellen tief herunter, und die Zauberin stieg daran hinauf.

"Rotkäppchen"

Die Großmutter aber wohnte draußen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf. Wie nun Rotkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf. Rotkäppchen aber wusste nicht, was das für ein böses Tier war, und fürchtete sich nicht vor ihm.

"Guten Tag, Rotkäppchen", sprach er.

"Schönen Dank, Wolf."

"Wo hinaus so früh, Rotkäppchen?"

"Zur Großmutter."

"Brüderchen und Schwesterchen"

Als sie zum zweiten Brünnlein kamen, hörte das Schwesterchen, wie auch dieses sprach:

"Wer aus mir trinkt, wird ein Wolf,

wer aus mir trinkt, wird ein Wolf."

Da rief das Schwesterchen: "Brüderchen, ich bitte dich, trink nicht, sonst wirst du ein Wolf und frissest mich." Das Brüderchen trank nicht und sprach: "Ich will warten, bis wir zur nächsten Quelle kommen, aber dann muss ich trinken, du magst sagen, was du willst; mein Durst ist gar zu groß."

"Die sieben Raben"

Auf einmal hörte es in der Luft ein Geschwirr und ein Geweh, da sprach das Zwerglein: "Jetzt kommen die Herren Rabenheim geflogen." Da kamen sie, wollten essen und trinken, und suchten ihre Tellerchen und Becherchen. Da sprach einer nach dem andern: "Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? Wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Das ist eines Menschen Mund gewesen." Und wie der siebente auf den Grund des Bechers kam, rollte ihm das Ringlein entgegen. Da sah er es an und erkannte, dass es ein Ring von Vater und Mutter war, und sprach: "Gott gebe, unser Schwesterlein wäre da, so wären wir erlöst."

"Hänsel und Gretel"

Am frühen Morgen kam die Frau und holte die Kinder aus dem Bette. Sie erhielten ihr Stückchen Brot, das war aber noch kleiner als das vorige Mal. Auf dem Wege nach dem Wald bröckelte es Hänsel in der Tasche, stand oft still und warf ein Bröcklein auf die Erde. "Hänsel, was stehst du und guckst dich um?" sagte der Vater, "geh deiner Wege!"

"Ich sehe nach meinem Täubchen, das sitzt auf dem Dache und will mir Ade sagen", antwortete Hänsel.

"Narr", sagte die Frau, "das ist dein Täubchen nicht, das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein oben scheint." Hänsel aber warf nach und nach alle Bröcklein auf den Weg.

"Aschenputtel"

Als es nun Abend war, wollte Aschenputtel fort, und der Königssohn wollte es begleiten, aber es entsprang ihm so geschwind, daß er nicht folgen konnte. Der Königssohn hatte aber eine List gebraucht, und hatte die ganze Treppe mit Pech bestreichen lassen: da war, als es hinabsprang, der linke Pantoffel des Mädchens hängen geblieben. Der Königssohn hob ihn auf, und er war klein und zierlich und ganz golden.

Am nächsten Morgen ging er damit zu dem Mann und sagte zu ihm: "Keine andere soll meine Gemahlin werden als die, an deren Fuß dieser goldene Schuh passt."

"Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen"

Ein Vater hatte zwei Söhne, davon war der äIteste klug und gescheit, und wusste sich in alles wohl zu schicken, der jüngste aber war dumm, konnte nichts begreifen und lernen: Und wenn ihn die Leute sahen, sprachen sie: 'Mit dem wird der Vater noch seine Last haben!' Wenn nun etwas zu tun war, so musste es der älteste allzeit ausrichten: Hieß ihn aber der Vater noch spät oder gar in der Nacht etwas holen, und der Weg ging dabei über den Kirchhof oder sonst einen schaurigen Ort, so antwortete er wohl: 'Ach nein, Vater, ich gehe nicht dahin, es gruselt mir!', denn er fürchtete sich.

"Der treue Johannes"

Da sah der getreue Johannes, dass es nicht mehr zu ändern war, und suchte mit schwerem Herzen und vielem Seufzen aus dem großen Bund den Schlüssel heraus. Als er die Tür geöffnet hatte, trat er zuerst hinein und dachte, er wolle das Bildnis bedecken, dass es der König vor ihm nicht sähe. Aber was half das? Der König stellte sich auf die Fußspitzen und sah ihm über die Schulter. Und als er das Bildnis der Jungfrau erblickte, das so herrlich war und von Gold und Edelsteinen glänzte, da fiel er ohnmächtig zur Erde nieder.

"Fitchers Vogel"

Es war einmal ein Hexenmeister, der nahm die Gestalt eines armen Mannes an, ging vor die Häuser und bettelte und fing die schönen Mädchen. Kein Mensch wusste, wo er sie hinbrachte, denn sie kamen nie wieder zum Vorschein. Eines Tages erschien er vor der Türe eines Mannes, der drei schöne Töchter hatte, sah aus wie ein armer, schwacher Bettler und trug eine Kotze auf dem Rücken, als wollte er milde Gaben darin sammeln. Er bat um ein bisschen Essen, und als die älteste herauskam und ihm ein Stück Brot reichen wollte, rührte er sie nur an, und sie musste in seine Kotze springen. Darauf eilte er mit starken Schritten fort und trug sie in einen finstern Wald zu seinem Haus, das mitten darin stand.


Texte und Bilder Concorde Filmverleih Bildbearbeitung TVS-Media

13.08.2009, 16:49 von admin | 200321 Aufrufe

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ja... auch kuss für dich !!! ♥♥ ...ich freu mich schon <3<3
Maureen 14.07.2010, 10:48
nicht mehr lange dann kommt meine ChaosQueen zu mir kuss!

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